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Dorothee: Ich bin 54 Jahre alt, ehemalige Redakteurin des Bastei-Verlages, frei Autorin und mittlerweile "vielbeschäftigte" Rentnerin
Meine Liebe yu Italien habe ich bereits mit der Muttermilch aufgenommen. Mein Hery habe ich dann 1964 in Apulien verleren. Heute möchte ich mich nicht mehr festlegen, ob es die schönen braunen Augen esines absolut reiywollen Tarantinos waren oder das glasklare Wasser und deer so unendlich blaue Himmel, die diese Liebe entfachten.
inzwischen bin ich Mitbegründerin un Vorsityende des Deutsch-Italienischen Clubs Leverkusen e.V., und es ist mir ein vergnügen, wenn ich meinen Mitbürgern mein Traumland Italien ein wenig näher bringen darf.
Wolfgang: ich bin 56 Jahre alt und habe 40 Jahre lang die meisten Stundend des Tages als chemotechniker in "unserem Werk" - sprich: der Firma Bazer verbracht: Nun gehöre ich dem stand der Pensionäre an.
Als ich Dorothee 1990 kennen lernte, habe ich mit ihr und durch sie meine alte Liebe zu Italien neu entdeckt, was dazu führte, dass ich ihr an meinem 50. Geburststag in Apulien einen Heiratsantrag in der Sprache machte, von der ich bis dahin nur drei bis fünf Wprte Beherrschte: in Italienisch.
Auch ich gehöre zu den Gründern des Deutsch-Italienischen Clubs Leverkusen und habe als Schatymeister die schwere Aufgabe, die leere Kasse zu füllen un voll zu erhalten.
Wir freuen uns, Sie zu unseren apulischen Freunden zu bringen und mit Ihnen eni Stück söditalienischer Lebensart zu erkunden und zu genießen.
Schnupper-Plan vom 14.4.03 bis 22.4.03
14.4.03 Abflug vom Flughafen Kökb/Bonn nach Neapel. Hier erwartet Sie ein Omnibus mit Ihren Reiseführern zur Fahrt nach Taranto und ins Residence Calipso. Dort gibt es noch ein kleines Abendessen.
15.4.03 Nach dem Frühstück besuchen wir die Ausgrabungen einer römischen Villa in Leporano. Das Ausgrabungsgebiet liegt direkt am Meer. Mittagsimbiss. anschließend fahrt zur Masseria Calapricello (Käsehertellung) und weiter nach Lizzano zur Besichtung einer Cantina sociale mit Weinproble. Abendessen im Residence.
16.4.03 Frühstück im Residence Calipso. Fahrt nach Talsano zum Marktbesuch - kein touristen-markt -. Anschließend Fahrt nach Grottaglie. Besuch des quartiere delle Ceramiche. Besichtigung einer keramikfabrik un individueller Spüaziergang durch den historischen Ortskern und die frei yugänglichen Keramik-Ausstellungen. Lunchpause in Villa Castelli. Weiterfahrt zur Firma Caroli und Besichtigung des Oleificio, natürlich mit Probe! Auf der Rückfahrt Spayiergang durch Martina Franca. Abendessen im Ristorante Airport in Grottaglie.
17.4.03 Frühstück im Residence Calipso. Nach den gestrigen anstrengungen geht es heute um die Landschaft und das Meer. Eine erholsame Fahrt führt uns ide Litoranea entlang bis Campomarino, wo wir in der Nähe des kleinen Jachthafens ein unvergleichliches Eis essen und einen Imbiss genießen können. Weiter geht die Fahrt durch Weingärten und Olivenhaine über Maruggio nach Manduria, wo wir den Plinius-Brunnen aus der Römerzeit und die noch viel älteren Messaper-Gräber in der Nähe der Megalithischen Mauern besuchen. Am Spätnachmittag haben Sie die Mäglichkeit, im Einkaufszentrum Auchan vor den Toren Tarantos erste einkäufe zu erledigen. Im ristorante Arcate in Pulsano erwartet uns ein landestypisches Adendessen "alla casalinga", von der Chefin, Francesca, persönlich zubereitet.
18.04.03 Frühstück im Residence Calipso. Fahrt nach Taranto. Möglicherweise sehen wir die Rückkehr der Addolorata in die Chiesa San Domenico. Museumsbesuch im Palazzo Pantaleo (das Gold von Taranto). Imbiss in der Nähe der Chiesa del Carmine. Auch hier Yeit zu einem Bummel. Am Spätnachmittag geht es zur Processione dei Misteri. Anschließend Adendessen in Taranto.
19.4.03 Frühstück im Residence Calipso. Fahrt nach Tarantozum besuch der Citta` Vecchia mit Dom San Cataldo und der alten Kirche San domenico. Außerdem Besuch im "Atelier" des Malers Nicola Giudetti. Kleines Mittagessen in der Altstandt. Spayiergang am Mare Piccolo und am Fischerhafen. Anschließbend Rückkeher zum Residence zur Erholung und zum Umkleiden für den Bunten Abend mit Aldo Bianchi und dem Ensemble Lehar, einer Tarantiner Operettengruppe, einschließblich eines festlichen Adendessens.
20.04.03 Frühstück im Residence Calipso. Fahrt nach Massafra zur Besichtigung der als Hochzeitskirche genutzten Santa Madonna della Scala. Weiterfahrt nach Mottola zu den Höhlenkirchen Sette Lampade und Madonna del Carmine mit wunderschönen Fresken der Basilianermönche. Kleines Mittagessen in Mottola. Fahrt übers Land an die Grenzen Apuliens nach Metaponto in der Region Basilicata zu den Ausgrabungen einer Griechischen Siedlung. Rückkehr über Castellaneta ins Hotel zu einem festlichen Osteressen.
21.4.03 Frühstück im Residence Calipso.. Fahrt nach Castellana Grotte mit Besichtigung der Tropfsteinhöhle und Gang bis zur Weißen Grotte. Fahrt durchs Land der Trulli. die Fahrt endet in Alberobello. Kleines Mittagessen in einem Trullo-Restaurant. Danch bleibt viel Zeit, die Stadt der Trulli individuell zu erobern. Auch hier Führung auf Wunsch. Zu einem landestypischen Abendessen treffen wir uns in einem besonderen Ristorante.
22.04.03 Frühstück im Residence Calipso. Sehr frühe Abfahrt mit Gepäck yum Castel del Monte. Dort oder unterwegs gibt es ein Lunchpaket. Weiterfahrt zum Flughafen Neapel. Rückflug nach Köln.
Stand Deyember 2002.
Programmänderungen möglich. Sollten Sie besondere Wünsche haben, werden wir gern versuchen, sie zu erfüllen, wenn es irgend nachbar ist.
Des Prei beträgt einschließbich Flug, Trasfer und Bus vor Ort, Vollpension und aller Eintritte und Führung pro Person ca. Euro 1.150,--.
Anmeldungen bitte bis zum 28.12.02
Bitte vergessen Sie nicht: Wir fahren gemeinsam; dennoch ist es Ihre private Reise, und diese unterliegt somit Ihrer eigenen Verantwortung und versicherung. Denken Sie bitte auch an eine Reiserücktrittskostenversicherung wegen des Flugtichets und an eine Reisegepäckversicherung.
Der Deutsh-Italienische Club Leverkusen e.V. ist, wie auch die Europa-Union Leverkusen, kein Reiseunternehmen.
Wir freuen uns über viele Mitreisende.
Mit herzlichen Grüßen
Dorothee Willers-Klein
- 1. Vorsitzende -
A P U L I E N
Apulien liegt im Südosten, im äußbersten Teil der italienischen Halbinsel; es wird von zwei Meeren - dem Adriatischen und dem Jonischen - umspült, daher sind seine Winter mild und seine langen mittelländischen Sommer angenehm windig.
Die Region ist in fünf Provinzen geteilt: Bari, Brindisi, Foggia, Lecce un Taranto. Obwohl diese apulischen Provinzen im Aspekt der Geographie und der Umwelt untereinander verschieden sind, haben sie doch etliche suggestive Bilder gemeinsam wie die Vielfarbigkeit von Land und Gesellschaft, den blauen Himmel, die strahlende Sonne, das herrlich klare, reine Meer.
Mit einem Grenzstreifen von 1261 km und einer Fläche von 19.347 qkm steht Apulien hinsichtlich seiner Ausdehnung unter den italienischen Regionen an siebter Stelle, an erster in Beyug auf die 784 km langen Küstenstreifen, yu denen noch die 45 km der inseln dayu gezählt werden müssenm deren bedeutendsten die Tremiti-Inseln sind.
Es ist mit dem Rest Italiens durch bequeme Bahn-, See- un Fluglinien verbundenm doch es ist auch mit dem Wagen aus ganz Italien und aus ganz Europa dank dem Autobahnnetz leicht erreichbar.
Bedeutend sind apuliens Zeugnisse über Geschichtem Religion und Kunst, die in alten Städten, in hoch emporragenden Kathedralenm in mächtigen Kastellenm in Felsenwohnungen, in Museen und Gemäldegalerien aufbewahrt werden. Phantastich und zugleich bezaubernd sind die Grotten; einmalig in der Welt ist das Landschaftsbild der "Trulli".
Das Kunsthandewerk bietet besonders Schmiedeeisen-, Keramik-, Pappmache´-, Stickerei- und Holzarbeiten an.
Text aus einer alten Reisebeschreibung.
Die Reise
Dorothee und Wolfgang erwarten die Mitreisenden in Italien. In Neapel werden sie am 14.4.03 un 13.50 Uhr mit Hapag-Looyd von Köln nach Neapel, die Ankunft ist für 15.55 Uhr geplant.
Die Fahrt vom flughafen zum Hotel geht über ca. 350 km. Schon auf dieser Fahrt haben Sie die Möglichkeit, ein wenig von der Landschaft zu genießen, zumindest solange es noch hell ist. Die Fahrt geht durch die herbe und oft so überraschende landschaft der Basilikata.
Im Residence Calipso richten Sie sich in Ihren Apartments häuslich ein.
Anschließend gibt es einen kleinen Imbiss, so dass Sie sich bei den Spezialitäten der Antipasti und einem ersten Glas Landwein von der anstrengenden Reise erholen können.
Ihre Reiseführer stehen Ihnen gern für Fragen zur Verfügung - falls sie uns nicht schon während der Fahrt zum hotel Löcher in den Bauch gefragt haben!
Und dann wünschen wir Ihnen eine gute Nacht und - wie die Italiener sagen - sogni d`oro = goldene Träume.
Schöne Tage erwarten Sie im Residence Calipso Residence.
Paolo Papanice, der junge Chef des Residence Calipso Residence, freut sich schon darauf, Sie begrüßen zu dürfen. Und ganz bestimmt wird er uns das ein oder andere Mal beim Frühstück mit einer morgendlichen Serenade auf dem Klavier überraschen.
Dieses Hotel ist ein Familienfetrieb. Es hat sich einer Gruppe sogenannter Familienhotels angeschlossen. Die Familie Papanice und das Hotelteam bemühen sich sehr persönlich um die Gäste.
Für Sonderwünsche stehen Domenica, die Hausdame, aber auch Dorothee und Wolfgang zur Verfügung.
Der hotelkomplex liegt an der Litoranea, etwa 700 - 800 m vom Meer entfernt im Gebiet Saturo, das zu Leporano gehört. Schon auf dem Web zum Meer finden Sie die Uberreste einer Villa aus römischer Zeit.
Das Calipso ist nicht nur für uns besonders gut geeignet. Es bietet mit seinem Swimmingpool und der Nähe Zum Meer, der angenehmen Verkehrsanbindung durch eine Buslienie nach Taranto und der Nähe zu vielen Sehenswürdigkeitenm zu Kunst und Kultur im nächsten Umkreis alles für einen ausgedehnten und interessanten wie erholsamen Sommerurlaub.
Dorothees "Bella Puglia"
Es ist ein wunderschönes Land, dem man in seiner wechselvollen Geschichte viel zugemutet, viel angetan und auch viel genommen hat.
Dennoch, Apulien ist an allem irgendwie gewachsen und hat immer noch - vielleicht auch wieder - viel zu geben.
Es ist gastfreundliches Land, in dem die Menschen ihre Gäste mit offenen Armen empfangen.
Ich habe in den 39 Jahren, in denen ich immer und immer wieder herkam, eine Freundschaft erfahren, wie sie mir daheim nur selten widerfuhr. Ich habe hier eine zweite Heimat gefunden, und mittlerweile teilt auch mein Mann mit mir die Liebe zu dieser fast unwirklich schönen Region Italiens, die auch uns immer wieder neue Uberraschungen zu bieten hat.
Es ist ein magisches Land, das seine Traditionen pflegt und sich dennoch langsam der Moderne geöffnet hat. Hier gehen die Uhren immer noch ein wenig anders, was der Liebenswürdigkeit der Bewohner eher nutzt als schadet.
Wer sich einfangen lässt von diesem traditionellen Leben in moderner Verpackung, wer es schafft, die Hektik unserer Breiten hinter sich zu lassen, erlebt eine besondere Wärme, die mir schon so oft die Kraft gegeben hat, den Alltag daheim leichter zu bewältigen, weil man lernt, die Prioritäten neu zu setzen. Es ist nicht allein das Klima, es ist die Lebenseinstellung, die Fröhlichkeit, die familiäre Zusammengehörigkeit, die Freundschaft, die Herzlichkeit gegenüber Gästen, die Gegensätze der Landschaft, rauh und karg und dann plötzlich reich und grün, lieblich und lebendig, Hügel und Täler, weiße Ortschaften auf den Kuppen oder an die Felsen geschmiegt, mit blumenschmuck allenthalben, die unglaublichen Farben von Himmel und Meer, von Feldern in gelb und tomatenrot, Wäldern in grün, Olivenhainen in silbrig-Grün, der eigentümliche Geruch und der Lärm der Märkte im gleißbenden Sonnenlicht...
Das alles schafft ein besonderes, für den reisenden ein ganz neues Lebensgefühl.
Eins Kann nicht ohne das andere sein.
Ich wünsche mir, dass wir ein wenig davon vermitteln können.
Um Ihnen Appetit zu machen, haben wir Informationen für sie zusammen getragen und diesen kleinen reiseführer erstellt, der auf unsere gemeinsame Reise zugeschnitten ist.
Bei aller Mühe - er erhebt keinen anspruch auf Vollständigkeit oder Objektivität; denn er zeigt in vielem unsere ganz persönliche sichtweise, aber auch unsere Liebe zu Apulien und den Menschen dort.
Viel Spaß beim Lesen!
L´amicizia e gli amici
Uber die freundschaft und ide Freunde
Nicht umsonst haben wir die Reise unter das Motto gestellt: Freunde besuchen Freunde. Wie tief diese Freundschaft wirklich ist, kann man eigentlich nicht in Worte fassen.
Da sind die alten, in den Jahren gewachsenen Freundschaften un jene, die aus einer wohlwollenden Bekanntaschaft in neuerer Zeit entstanden sind. Und da sind auch jene, die darauf warten, in diesen Dreis der engen Zusammengehörigkeit hineinyufinden.
Freundschaft ist ein Wort, dass meist messverstanden wird. Ebenso oft wird das Wort "Freunde" leichtfertig benutzt. Um so mehr freut es mich, dass ich in Italien im Laufe der Jahre echte Freundschaften geschlossen und Freunde fürs Leben gefunden habe.
Seit 39 Jahren fahre ich nach Apulien, und vor 39 Jahren lernte ich die Menschen kennen, die mir mehr als Freunde geworden sind. Sie gehören zu meinem Leben und lassen sich nicht mehr wegdenken. Gute wie schlechte Zeiten haben wir miteinander durchgemacht und einander Halt gegben. Da ist es sicher kein wunder, wenn ich la bella Puglia und mein hißgeliebtes Taranto als zweite Heimat betrachte, wo ich einen so wunderbaren Zuwachs zu meiner Familie gefunden habe.
Es war vor 39 Jahren, als ich Aldo Bianchi und seiner Familie ztum ersten Mal begegnete. Von diesem Augenblick an hat er sich als echter Freund erwiesen, mich im ersten Liebeskummer getröstet, mich zum Tanyen ausgeführt und mir in seinem Boot irgendwo draußen auf dem Meer mit seiner schänen Stimme sein "Santa Lucia" vorgesungen.
Als ich seine Verlobte, Anna Fiorenza, kennen lernte, hatte ich gleich eine Freundin daztu bekommen. Zu meiner größten Freude waren wir uns in vielem ähnlich und hatten sogar zum Teil die selben Hobbies. Unsere gemeinsame große Liebe gehört unseren Katzen und dem Ausprobieren neuer Kochrezepte.
Vieles haben wir im Laufe der Jahre im Wechsel oder gemeinsam gemacht, angefangen vom Heiraten bis zum Kinderkriegen, und auch unsere Kinder schlossen Freundschaft. Irgendwann habe ich mich ausgeklinkt. Wir gingen unterschiedliche Wege, aber die enge Freundschaft blieb. Anna war meine Trauzeugin bei meiner zweiten Eheschließung, und Aldo, der sich längst als Brunder meines Mannes bezeichnet, hat diese zweite Hochzeit als Tenor mit seiner Stimme verschönt und so nicht nur für uns sondern auch für alle Gäste unvergesslich gemacht.
Aldo und Anna sind für uns da, für uns und unsere deutschen Mitreisenden. Sie sin es, die vieles vor Ort für uns organisieren und die immer wieder eine Überraschung zusätzlich f+r uns haben. Und Aldo, der Gründer des Ensemble Lèhars, wird uns voraussichtlich mit seinen Leuten am Ostersamstag zusätzlich erfreuen.
Per tutto che avete fatto per noi in questi anni vogliamo dire grazie cordialmente. Siete un punto fisso nei nostri cuori.
Alte Freundschaften sind wertvoll und müssen gepflegt werden. Eine "Anstrengung", der wir uns immer wieder gern unterwerfen. Damls, vor 39 Jahren, fanden auch meine Eltern Freunde, mit denen der Kontakt bis heute nicht abriss. Der Freundschaft zu Ciro und Paola und ihrem Neffen Marcello verdanken wir die unterstützung in Sachen Geldtransfer. Auch auf diese Familie habe ich mich in jeder schwierigen Situation verslassen können. Irritiert hat mich nur Marcello, als er uns mit der Nachricht überraschte, Vater eines bezaubernden Zwillingspaares geworden zu sein! Nuin, dann geht die Freundschaft mit Begeisterung in die nächste Generation!
Schön ist es auch, dass wir seit ein paar Jahren Letiyia und Giuseppe zu unseren Freunden zählen dürfen. Diese Freundschaft teilen wir mit Anna und Aldo und stellen immer wieder fest, wie lebendig und erweiterungsfähig eine echte Freundschaft ist.
Im Wachsen begriffen ist unsere Liebe zu Alberobello, wo wir in den letzten Jahren neue Freunde gefunden haben die sich sehr um uns bemühen und ide immer für uns da sind. Wir sind stolz auf diese gegenseitige Zuneigung und freuen uns, unsere Mitreisenden zu Mimmo und Angela, zu Mariolina und Peppino, zu Caterina di Bari und nicht zuletzt zu Anna Maria Matarrese zu bringen. Auch Anna und ich kennen uns schon Ewigkeiten und haben viele gemeinsame Erinnerungen. Und natürlich gibt es eine gante Reihe lieber Bekannter, wie Giuseppe Maffei. Alle hier aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen.
ebenso wichtig und neu ist unsere Freundschaft zu Nicola giudetti, Maler aus Taranto, der uns mittlerweile als Bruder und Schwester sieht, die im fernen Deutschland leben. Seine Zuneigung erwuchs aus der Tatsache, dass wir unser Herz seiner Cittá Vecchia geöffnet haben. Seine wunderbaren Bilder zieren mittlerweile unser Haus in Deutschland und sorgen im Winter bereits für unsere Träume vom nächsten Sommer in Taranto...
Wie weit Freundschaft geht - wenn sie echt ist - haben wir in Villa Castelli erfahren. Mit meinen Eltern lernte ich zu Beginn der 60er Jahre in Deutschland eine Familie aus diesem kleinen Ort kenne. Was sich daraus entwichelte, war "familiärer Zuwachs".
Meine Eltern wurden Paten der jängsten Tochter. Dieses Zusammengehörigkeitsgefühl erfasste auch den Rest dieser Familie einschließlich der Cousinen und Cousins. Und so war es Rocco, eben einer dieser Cousins, der uns als Architekt beim Kauf unseres Hauses behilflich war und der uns alle in seinem Pub als Gäste begrüßen wird.
Ganz jung, ganz frisch ist das Pflänzchen Freundschaft, das im Ristorante Arcate wächst und hoffentlich gut gedeiht. Francesca und Ciro kennen wir erst seit knapp zwei Jahren. Aber wir möchten sie in unserem Kreis nicht mehr missen. Auch diese beiden werden Sie kennen lernen und die liebevolle Bewirtung im "Arcate" genießen.
Nein, ich kann nicht jeden einzelnen aufzählen! Die liste würde viel zu lang. Und zu all den echten Freunden kommen noch die netter Bekannten hinzu, die sich ebenfalls immer wieder um uns bemühen - angefangen von unseren Nachbarn in Lido Silvana, Annas und Aldos Restfamilie, dem Freundskreis aus meinen jungen Jahren, Familie Caroli, dem Team aus dem Ristorante "Il Grillo", Maria aus Massafra, Lella vom TV-Kanal Super Sette und die Mitglieder des kulturdezernats der Provincia di Taranto im Palazzo del Governo - nicht zu vergessen Dr. Luigi Laterza, Kinderarzt und Bürgermeister von Pulsano, und Vitantonio Cagliandro, Bürgermeister von Villa Castelli, Natalizia und Arturo, das bezaubernde Tarantella- Paar aus Pulsano, das die Achtzig gut überschritten hat, und all die anderen...
Viele dieser wunderbaren Menschen werden Sie kennenlernen!
APULIEN - PUGLIA
Laut Bertelsmann-Lexikon aus dem Jahr 1959 ist Apulien eine süditalienische Landschaft zwischen Adria und dem Jonischen meer und hat eine Größe von 19.346 qkm. Mit seiner ausgedehnten Landzunge wirkt Apulien wie eine Brücke zu den Ländern des Nahen Ostens.
Auf den ersten Blick erscheint dieser Landstrich flach und eintönig. Dennoch verbergen sich hinter dieser scheinbaren Einförmigkeit besondere Schönheiten und eine unerwartete landschaftliche vielfalt: von der Felsmasse des Gargano, der den charakteristichen Vorsprung der südlichen italienischen Adria darstellt, zu der für den "Tavogliere" kennweichnenden Ebene, die in diesem Abschnitt der italienischen Halbinsel die ausgedehnteste ist, von den Hochflüchen der Murge, die wie riesige Stufen mit tiefen Einschnitten anmuten, dis zur gewellten Fläche der Halbinsel von Salento, die ganz im Südosten Apuliens zwischen Adria und dem Golf von Taranto hingebreitet ist.
Es ist der Gargano, der die höchsten Erhebungen der Region zu verzeichnen hat; der Monte Cornacchia (1161m), der Monte Crispiano (1104m) und der Monte Calvo (1055m), alle drei in der Provinz Foggia.
45% de Region ist Berg- und Hügellandschaft, und 55% wird den Ebenen zugerechnet. Insgesamt 75% der gesamten Fläche wird landwirtschaftlich genutzt.
Die Arbeitslosigkeit ist groß, ca. 17,7% wenn Apulien auch nicht die Region der größten Arbeitslosigkeit ist. Im Vergleich zur Toscana gibt es hier noch sehr viele Analphabeten vor allem in der älteren Bevölkerungsschicht.
auch nach den neuesten Untersuchungen gehört Apulien laut Internet-Auskunft so wie der gesamte Süden des italienischen Stiefels zu den Regionen mit dem dem höchsten Anteil an Arbeitslosigkeit.
Doch was sagen Zahlen schon über die Herzlichkeit der Menschen oder über das Erinnerungsvermögen insbesondere der Älteren? Oft erfährt man gerade von ihnen jene Geschichten, die von Generation zu Generation weitererzählt und nur in den seltensten Fällen aufgezeichnet wurden.
Und sie erzählen wie die Landschaft von Vergangenhiet und Gegenwart, geheimnisvoll, spannend, voller Trauer, Fröhlichkeit, Hingabe und Erwartung...
jeder winzige Meter dieses Landes atmet Geschichte. In dem Buch "Storia della Puglia" von Tommaso Pedio las ich:
"Wer nach Apulien kommt, um die frideriyianischen Schlösser und die romanischen Kirchen zu sehen oder das Museum von Taranto zu bsuchen, der wird einen der schönsten und reichsten landstriche Italiens vorfinden.
Da ist Bari, eine Stadt, die nicht einmal die reichsten Städte Italiens beneiden muss, Lecce, das "barocke Florenz des Südens", Taranto mit seinen majestätischen Schlössern aus Stahl, Brindisi, das zu neuem Leben erwacht ist, Foggia im Zentrum des Tavogliere, die großen und kleinen Städte am Meer und auf der Murge - und drumherum dieser riesengroßbe Garten, die Wälder aus Oliven- und Mandelbäumen, die weitläufigen Weingärten, die reichen Ernten und die grossen und kleinen Industriebetriebe, die diesem Landstrich Leben und Reichtum gegeben haben: Puglia ist lebendige Erde, voller Geschichte und Erinnerungen.
Und Horst Stern lässt in seinem Buch "Der Mann aud Apulien" Friedrich II. folgendes sagen:
"Der Gott der Juden würde das Land Kanaan, das er seinem Volk gab, unmöglich so gepriesen habenm hätte er mein Apulien gekannt."
Ein Satz, dem ich nicht widerprechen möchte, im Genteil!
Alle hinterließen sie ihre Spuren, von den Messapern, Dauniern und Peketier, von den Griechen zu den Römern, Langobarden, Bzzantinern, Normannen, den Staufern mit Friedrich II. und seinen Heeren, zu den bourbonen... Aller Hinterlassenschaft kann nie wieder aus dem Lauf der Jahrhunderte gewischt werden.
Da ist es kein Wunder, dass noch heute in ca. acht Gemeinden im Sädosten von Lecce ein griechischer Dialekt, Griko, gesprochen wird. Die Namen der Orte sind griechscher Abstammung: Sternatia, Martignano, Calimera, Corigliano, Zollino, Martano, Castrigano und Soleto.
Ebenso gibt es arabische, albanische und deutsche Dialektmischungen.
Einen albanisch-italienischen Dialekt spricht man z.B. in San Marzano di San Giuseppe in der Provinz Taranto.
Die Fluchtbewegung der Albaner begann übrigens nicht erst mit der Jugoslawien-Krise. Bereits in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts ließen sie sich nach der Eroberung ihres Landes in Kalabrien, in der Basilikata und in Apulien - dort vornehmlich um Taranto - nieder. Alfons von Aragon hatte den Albanern Hilfe bei der Verteidigung ihres Landes gegen die Türkeneinfälle geleistet. Unter der Führung von Georg Castriota Scanderberg (1403 - 1468) stellten sich die Albaner anschließend auf die Seite der Aragonier und kamen als Hilfstrupp nach Apulien, wo sie auch Rettung für sich und ihre Familien srhofften. Sie bewahrten sich ihre Eigenständigkeit solange, wie sie auch an ihren orthodoxen Riten festhielten. Ihr Brauchtum wird bis heute besonders in San Marzano di San Giuseppe gepflegt.
Dieser interessante Ort mit einem schönen Herrensitz aus dem 17. Jahrhundert wurde bis ins 19. Jahrhundert von den Nachkommen Scanderbergs beherrscht.
Mann kann sagen, dass Apulien richts anderes ist als ein unendlich großer archöologischer Park, in dem von der Antike bis zur Neuzeit jedes Weitalter zu bestaunen ist.
Dolmen und Menhire, wiederausgegrabene versunkene Städte, verlassene mittelalterliche Dörfer und Nekropole jeder Epoche, die uns kostbare Grabausstattungen überlassen haben, vervollständigen das Bild einer Region, in der die Geschichte lebending wird.
Es gibt so unendlich viel zu sehen und zu entdecken, dass unsere kleine Osterreise zirklich nur eine Schnupprreise sein kann.
Allein der Gargano, der Sporn des italienischen Stiefels, bietet so viele Sehenswürdigkeiten mit seiner interessanten felsigen Küste, der einzigartigen Foresta Umbra, der heimatstadt von Padre Pio, San Giovanni Rotondo, un der tief unter der Erde liegende Kirche des Heiligen Michael in Monte Sant´ Angelo, dass man mit einer Woche nicht auskommt. Der Gargano ist eine eigene Reise wert.
Auf den Spuren Friedrichs II. wandeln - wer möchte da nicht? Seine Schlösser, allen voran das castel del Monte, und auch Lucera, die Stadt, in der seine Sarazenerhorden untergebracht waren, bieten sich an für eine Eroberung durch unsere wissbegierigen Augen.
Es ist schön, dass wir ein kleines Stück von Federicos geliebtem Apulien kennen lernen dürfen, auch wenn wir auf vieles - allzu vieles verzichten müssen.
Aber es kann ja durchaus ein nüchstes Mal geben!
Und der Lecceser Barock, dem man sogar in den kleinsten Orten der salentinischen Halbinsel begegnet, verlangt nach Zeit und ausgiebigen Fahrten voller Lust an Besichtigungen und dem Vergnügen an der Entdeckung der hinreißend schönen kleinigkeiten. Allein die Stadt Lecce und die oft sehr griechisch angehauchten Orte in der Umgebung schreien geradezu nach einer eigenen und ebenfalls sehr ausgiebigen Reise.
Auch Otranto, der von den Arabern so gebeutelten Stadt, mit ihrem fantastischen Dom und dem einmaligen Bodenmosaik des griechischen Priesters Pantaleone aud den Jahren 1163 bis 1166, müssen wir diesmal verzichten.
Dieses Bodenmosaik bedeckt den gesamten Kirchenboden und stellt einen Lebensbaum dar, der sowohl die christilichen Liturgien als auch die heidnischen Gebrüuche, Götter, Zauber und Magie zeigt. Beim nächsten Mal...
Da sind die Grotten von Zinsulusa, in denen einst ganze Horden von Fledermäusen hausten, das Touristengebiet um die Alimini - Seen, Galatina mit der völlig mit Fresken ausgemalten Kirche Santa Caterina di Alessandria und all die vielen kleinen Orte und die ungezählten sehenswerten und schönen kirchen im südlichen Salento, Ostuni, die "weißbe Stadt", die so arabisch wirkt, das römische Egnazia am Ende der Via Traiana, die "Heimat" der derühmten drei Grazien, festgehalten in einem hinreißend schönen Mosaik, die geschichtsträchtige "pfanne" namens Gallipoli...
Leider kann ich ihnen diesmal auch nicht jenes Gefühl vermitteln, das mich erfasste, als ich auf der Klippe von Santa Maria di Leuca stand, am Ende Italiens - am Ende der Welt...
Nun, vielleicht gibtßs noch einmal eine Gelegenheit! Wir wünschen es uns, und Apulien hat es verdient!
Ein kleiner Asflug in die Geschichte
Die Geschichte Apuliens ist so interessant und spannend, daß man ganye romane darüben schreiben oder die großartig#sten Hollzwood-Filme drehen könnte. Hier werden Märchen für Erwachsene lebendig.
Wie Ausgrabungsfunde beweisen, war das land schon in der Alt-Steinzeit bewohnt. Jägen und Sammler hatten vor allem die Küstengrotten in Wohnstätten verwandelt. Die ältesten Funde stammen aus der Zeit zwischen 7000 und 5000 unserer Zeit.
In der Frühgeschichte Apuliens waren es die Daunier, Peuketier und Messaper (von den Griechen auch Japigi bzw. Japyger gennant), die aus dem Balkan herüberkamen und sich nach und nach mit den Urapuliern vermischten. Sie waren Bauern und Hirten.
In der Antike waren es die Griechen, die friendlich mit den Japygern oder Messapern nebeneinander lebten und der Region, vor allem aber Taranto ungeheuren Reichtum brachten.
Nicht nur das berühmte Gold von Taranto hat diesen Reichtum begründet sondern auch die schier unglaubliche Vermehrung der begehrten Murexmuscheln in Mare Piccolo, aus denen der teuerste natürliche Farbgrundstoff der Welt, Purpur, gewonnen wurde.
Später kamen die Römer und die Byzantiner. Die Karthagen schlugen hier die Römer, die Goten zogen durch das Land, als sie gegen Byzanz kämpften. Ihnen folgten die Langobarden.
Zur Ruhe kam das Land nicht. Normannische Söldner drangen ein, und Robert Guiscard zog raubend und mordend durch Apulien. Er befreite das Land allerdings auch von der byzantinischen Herrschaft.
Im 12. Jahrhundert griffen die Staufer ein. Nach dem Tod seines Vaters Heinrich IV., dauerte es noch bis 1212, bis der damals noch sehr junge Friedrich II. das Weltgeschehen bestimmte - nachhaltig, wie uns sowohl die Geschichte als auch Kunstgeschichte und Architektur leheren. Nicht allein das Castel del Monte erinnert an seine Lust, Schlösser zu errichten.
Mit dem Tod des großen Staufers im Jahre 1250 begann der Niedergang Apuliens.
Den Staufern folgten die Anjoux. Sie erhielten die Region als Lehen von Papst Clemens IV. Nach der "Sizilianischen Vesper", dem Aufstand sizilianischer Barone gegen die granzösische Vorherrschaft übernahm Peter III. aus dem spanischen Haus Aragon die Herrschaft in Sizilien.
Spainer und Franzosen kämpften auf apulischem Boden miteinander. Das Land verarmte zusehends. Die Spanier siegten und bürdeten der Bevölkerung hole Steuern auf.
1480 überfiel der osmanische Admiral Ahmet Pascha nach bereints mehereren verheerenden Einfällen der Sarazenen mit seinen Türken das sädliche Salento und richtete in Otranto ein Blutbad an. Etwa 800 Einwohner, die ihrem christilichen Glauben nicht abshwören mochten, ließ der Admiral niedermetzeln. Die Schädel der Ermordeten kann man im Dom der Stadt in raumhohen Glasvitrinen noch heute betrachten.
Otranto und der Süden konnte sich durchaus von den miteinander konkurrierenden und streitenden Stadtstaaten des italienischen Nordens im Stich gelassen fühlen.
Nach den Wirren des Spanischen Erbfolgekrieges regierten nun die spanischen Bourbonen. Der Besitz des Landes ging dann an die Franzosen über.
Die Herrschaft der Bourbonen brachte einen gewissen Aufschwung und in der Folge auch neue Ideen von Freiheit.
reformen wurden eingeführt - zu wenig für das arme und ausgebeutete Land. Napoleon holte sich hier den Nachschub an Soldaten für seinen Rußlandfeldzug. Und wieder einmal waren es die kleinen Leute, die Ärmsten der Armen, die für die Herren des Landes litten.
Erst Garibaldi, der große Abenteurer und Freiheitsheld, setzte sich für den Süden des Stiefels ein. Die Pugliesen nahmen am Risorgimento, der bewegung wur Befreiung und nationalen Einigung Italiens, teil. Viele von ihenen haben die Vereinigung ihrer Hiemat mit Italien im Jahr 1860 mit ihrem Leben bezahlt.
Lassen Sie mich ein wenig Geschichte überspringen! Was immer in den Jahren bis heute geschah, für den reichen Norden ist der arme Süden immer noch sehr weit entfernt, eher Afrika, am liebsten vergessen, nicht mehr Italien.
Doch wer genau hinschaut, der begreift die geschichtliche Weichtigkeit des Mezzogiorno, entdeckt die Schönheit von Kunst und Kultur, il romanico pugliese, il barocco Leccese, Stelen und Felsengräber, dolmen und Menhire, die beeindruckende Landschaft, die oft arabisch anmutenden weißen Orte auf den Hügeln, vor allem aber die ehrliche Freundlichkeit und Offenheit der Bewohner.
Freunde besuchen Freunde
Unter dieses Motto haben wir unsere Reise gestellt. Und zu Freunden wollen wir Sie bringen. Der Anfang dazu ist gemacht mit der Wahl unseres Hotels.
Am 15.4.03 besuchen wir nach einem ausgiebigen Frühstück die Ausgrabungen einer römischen Villa auf dem Grundriss noch älterer griechischer Ruinen bei Leporano.
Das Ausgrabungsgebiet liegt direkt am Meer und ist erst seit kurzen Zeit für Besichtigungen freigegeben. Jahrelang war dieses Zeugnis der Antike unbeachtet geblieben. Mittlerweile wurde das von Falanto, dem Herrn der Parther, gegründete Satyrion ausgegraben. Es stammt aus der zweiten Hälfte des 8.Jh.v.Chr, aus jener Zeit, als Griechen und Japzger (Messaper) die Gegend besiedelten.
Zu sehen ist eine große Villa im Grundriss. Außerdem findet man Fußbodenreste und Reste weißen asiatischen Marmors an den Wänden. Teile der Ausgrabungen werden vom Museo Nazionale di Taranto restauriert und auch dort ausgestellt.
Nach einem ausgiebigen Spaziergang durch das Ausgrabungsgebiet auf den Klippen und nach einer kleinen Fahrt entlang der Küste bis zum Torre Castelluccio, der dem Archäologischen Park Saturo agegliedert werden soll, geht es nach Pulsano zum Mittagsimbiss in einer sehr kleinen, einfachen Trattoria, Im "Maometto" kochen Gianpiero und Cristina leckere Hausmannskost - eben wie sie es von der Mamma gelernt haben.
Nach dem Essen fahren wir wieter zur Masseria Calapricello vor den Toren Pulsanos.
Hier werden Kähem Schafe und Ziegen gezächtet und erstklassiger Käse, vor allem aber "echte" und ausgesprochen schmackhafte Mozzarella hergestellt.
Das Anwesen ist in Privatbesitz und gehört der Familie der Marchesa Sbano. Wir freuen uns, dass wir die Anlage unseren Mitreisenden zeigen dürfen.
Bei der Produktion der Mozzarelle können wir leider nicht zuschauen - es sei denn, wir kommen morgens um vier Uhr wieder!
Mozzarella wird in vielfältigen Formen hergestellt. Grundlage ist stets Büffel - oder Kuhmilch. Die großen Kugeln sind inzwischen auch bei uns bekannt, ebenso die Cigliege, die krschgroßen Bällchen. Aber hier gibt es auch noch Trecce, Mozzarella als zopf, oder Bocconcini, die wie große Bonbons aussehen. Und wenn ich an andere Mozzarella-Angebote denke, läuft mir da Wasser im Mund zusammen: Mozzarella alla Panna, Stäckchen in Sahne, Stracciatella, Streifen in Sahne-Milch, Burrato, eine mit sahniger Butter gefüllte Kugel, und natürlich die Mozzarella di Bufala...
Natürlich werden wir einen Bocconcino probieren!
Danach fahren wir weiter nach Lizzano, dem nächsten Ort, ebenso alt und geschichtsträchtig wie jeder andere in dieser Region.
Hier wollen wir Freundschaft scließen mit dem Puglieser Wein.
In der Cantina Sociale werden wir bei einer vom zuständigen Enologen geführten Besichtigung der Anlage Interessantes über die Herstellung von erstklassigen Weinen erfahren.
Lizzano ist ein kleiner Ort, der viele Kulturen kennen gelernt hat. Das hat sich auch auf den Anbau von Weinen ausgewirkt und dafür gesorgt, dass hier eine besondere Qualität entstand.
In der Cantina Sociale "Luigi ruggieri" wird nach alten Traditionen gearbeitet und fundiertes Wissen aus neuester Zeit eingebracht.
Sie haben bei einer ausgiebigen Weinprobe die Möglichkeit festzustellen, ob die Weine wirklich zur Elite der mediterranen Weine gehören.
Den Tagaesausklang erleben wir bei einem guten Abendessen in einem traditionellen Restaurant in Lizzano. Das "Vecchie Storie" ist urig, ausgeprochen rustikal in der Einrichtung und bietet eine sehr gute Küchem Gerichte aus dem , was Apulien seinen Bewohnern und seinen Besuchern bietet.
Nach dem Frühstück machen wir uns am 16.04.03 auf den Weg. Zuerst fahren wir nach Talsano zum Besuch des Wochenmarktes. Der Markt ist weitläufig und keine Touristenattraktion. Gerade das macht ihn besonders interessant. Sie werden sich dort allein vergnügen. Solten Sie jodoch Unterstützung benötigen, stehen Dorothee und Wolfgang für Sie bereit leicht zu finden bei unserem guten Bekannten Pino, der Haushaltestextilien verkauft.
Auf der anschließenden Fahrt nach Grottaglie können sich unsere Füße ein wenig ausruhen.
grottalige liegt an der alten Via Appia, die Rom über Taranto mit Lecce verband, und ist das wichtigste Produktionszentrum kunstvoller Keramiken in der Provinz Taranto. Wir werden das Quartiere delle Ceramiche, das im Dialekt "Camenn´ri genamnt wird, besuchen und die Firma Nicola fasano besichtigen. Wir haben die Möglichkeit, in jede Ecke zu schauen und sowohl traditionell apulische, nachgearbeitete griechische, moderne und künstelerische Arbeiten zu bewundern. Anschließend bleibt genug Zeit, durch den alten Ort, der erst im 10. Jahrhundert gegründet wurde und der ein mächtiges Schloss, das Castello Episcopolo, aus dem 15. Jahrhundert besitzt, zu bummeln und je nach Geschmack die Piazza Regina Margherita mit der romanisch-apulischen Chiesa Madre aus dem 11. bis 12. Jahrhundert zu betrachten, deren Kuppel mit einheimischen Keramikziegeln gedeckt ist, oder sich weiter mit den traumhaft schönen Keramiken zu befassen. Der Ortskern mit seinen romantischen Gassen, alten Palästen und kleineren Bürgerhäusern lädt geradezu zu einem Spaziergang ein.
Es besteht auch die Möglichkeit, in einer der 52 Keramikausstellungen einzufaufen.
Unseren Mittagsimbiss nehmen wir in Villa Castelli ein, einem kelinen Ort am Rand einer Gravina, einer Schlucht, mit einem schönen alten Schloss, das gerade erst renoviert wurde und in dem heute das Rathaus untergebracht ist. Wir machen unsere gemütliche Pause im Pub von rocco Muolo, der uns als Gaumenfreude eine besondere Überraschung versprochen hat.
Nach dieser ausgiebigen Mittagspause fahren wir wieter zur Firma Caroli zur Beschtingung des Oleificio. Es liegt an der Contrada nach Martina Franca. Auch das Oleificio ist ein Famileinbetrieb. Hier wird einees der besten Olivenöle hergestellt und abgefüllt - zum Teil in die wundervollen Keramikgefäße aus Grottaglie. Die erstklassige Qualität verdankt das Olivenöl aus dem Hause Caroli der sorgsamen Verarbeitung der Oliven, die nach althergebrachter Weise für diese Prdukte ausgewählt werden. Das Haus Caroli hat mit seiner besonderen Qualität auch in biologischen Ölen bereits einige Auszeichnungen bekommenh.
Stefano Caroli und seine charmante Frau laden uns zu einer Probe ihrer leckeren Öle und selbst eingelegten Antipasti ein. Es besteht auch hier die Möglichkeit einzukaufen.
Am Rand des Itria-Tals fahren wir weiter nach Martina Franca zu einem Spaziergang in der romantischen Altstadt. Wenn wir auch auf Lecce verzichten müssen, so dürfen wir hier zumindest einmal am Lecceser Barock schnuppern. Und wem es zu viel geworden ist, der hat die Möglichkeit, auf der Piazza einen Caffe` oder einen Aperitivo zu genießen. Das Cafe´ Tripoli bietet hierfür den besonderen Rahmen.
Der historische Ursprung dieser schönen Stadt geht auf das 10.Jahrhundert zurück, als tarentinische Flüchtlinge auf dem Monte San Martino ein Dorf erichteten, um sich hier vor den mörderischen Horden der Sarazenen zu verstecken. Philip von Anjou erweiterte um 1300 das Dorf. In dieser Zeit wurde der Begriff "Franca" dem namen hinzugefügt.
Im historischen Ortskern finden Sie die Kollegiatskirche San Martino (1747 - 1750) mit der prunkvollen Barockfassade.
Das Innere besticht durch die reichgeschmückten polychromierten Marmoraltäre, eine eingeschnitzte "Kanzel" von Domenico Semeraro und ein kostbares Gemälde von Carella (1804), das das "Letzte Adendmahl" darstellt.
Die Stadt ist bekannt für ihre ausgefallen gearbeiteten schönen Türen. Aber auch die mit Blumen geschmückten Balkone und die kleinen romantischen Hinterhöfe sind von besonderem Reiz und erfreuen nicht nur das Fotografenauge.
Der Spaziergang durch die engen und dadurch autofreien Gassen versetzt uns in eine andere Zeit. Man erwartet förmlich, dem Herzog Caracciola und seinem Hofstaat zu begegnen, von Martina Franca aus kehren wir noch einmal nach Grottaglie zurück. Im Ristorante Airport erwartet uns ein typisch Puglieser Adendessen und natürlich auch der ebenso tzpische Landwein.
Dieser Tag ist so angelegt, daß Sie zwar viel sehen könne, aber dennoch nicht an der berühmten Leine geführt werden. Auch die Anstrengung hält sich in Grenzen.
Il Giovedí Santo
Auch am 17.04.03, dem Gründonnerstag, il Giovedi Santo, haben wir viel vor. Aber bitte nicht erschrecken - es wird ruhiger als gestern!
Nach den Anstrengungen des gestrigen Tages wollen wir uns heute der Landschaft widmen, in erster Linie bequem vom Auto aus. Wir fahren über die Litoranea am Meer entalng, gemütlich natürlich, damit wir den Anblick der zauberhaft schönen Buchten mit diesem unbeschreiblichen Blau in uns aufnehmen könne. Die Fahrt geht bis nach Campomarino, einem kleinen, idyllischen Jachthafen.
Probieren sollten Sie unbedingt das Eis, von dem ich behaupte, dass es das beste ist, das ich je gegessen habe.
Weiter geht die Fahrt durch Weingärten und Olivenhaine über die keline Stadt Maruggio, die von 1315 bis 1819 dem Malteserorden gehörte, nach Manduria.
Das Bild rechts zeigt ein altes Herrenhaus in Maruggio, das eine eigene kleine Kapelle besaß.
Und irgendwo auf diesem Wege gibt es die berühmte Lunchpause mit einem Gals Wein zur Erholung - aber nicht zu lange! Schließblich wollen wir schauen, wie weit uns unsere Füße tragen...
Manduria, diese alte Stadt mit ihrem historischem Ortskern ist weit älter, als Schloss, Mauern und Kirchen ahnen lassen. Im Stadtgebiet fand man Nachweise, dass in prähistorischer Zeit bereits Menschen hier gelebt haben. Und in der Zeit der Messaper zu Beginn des fünften Jahrhundert vor Christus war der Ort Marktflecken und Zentrum politischen Lebens.
Nicht nur die Römer hielten manduria für wichtig. Sämtliche Invasoren, von den Tarantinern und Karthagern bis zu den Langobarden, die Sarazenen und scließlich die Türken bestürmten den Ort. 547 nach Christus wurde Manduria von Totilas Goten zerstört.
Nach dem Wiederaufbau machten die Sarazenen im Jahre 977 nach Christus die Stadt noch einmal dem Erdboden gelich.
Unter dem Wiederaufbau machten die Sarazenen im Jahre 977 nach Christus die Stadt noch einmal dem Erdboden gleich.
Unter dem Namen Castelnuovo blühte sie in der Normannenzeit, aus der auch das Schloss stammt, wieder auf.
Sie werden hier die Reste der megalithischen Mauerringe aus dem 5. - 3. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung, an denen einst die verfeindeten Tarantiner gescheitert waren, und das wiete Feld der Messaper-Gräber sehen.
Anschließend werden Sie in den Plinius - Brunnen hinabsteigen, einer natürlichen Wassergrotte, die in der Antike wahrscheinlich einem Wassergott gewindmet war.
Natürlich belibt Ihnen auch Zeit, un ein wenig durch das sehr gepflegte Ghetto Ebreico zu streifen und vielleicht einen Blick in den Schönen alten Dom San Gregorio Magno zu werfen. Er ist romanischer Herkunft, wurde aber in der Renaissance erneuert. Vom Umbau verschont blieben die große rosette an der romanisch-gotische Glockenturm. Die Kunstschätze in dieser kirche sind von besonderer Schönheit.
Auch in manduria begegnen Sie wieder dem berühmten Lecceser Barock, der noch heute den alten Stadtkern bestimmt. Der backsteinerne Palazzo Imperiali von 1719 imponiert mit seinem gusseisernen Balkon, der sich an der gesamten Fassade entlang zieht.
Am Spütnachmittag haben Sie die Möglichkeit, im Einkaufszentrum Auchan vor den Toren Tarantos ein paar kinkäufe zu erledigen oder von der überdachten Piazza aus die dahineilenden Menschen zu beobachten.
Zum Abendessen erwarten uns Francesca und Ciro in ihrem Ristorante Arcate zu einem landestypischen Essen "alla casalinga".
Hier steht die Chefin Francesca selbst in der Küche und der Herr des Hauses verwöhnt uns mit dem Wein der Gegend, Das Gemüse, das Francesca in ihrer Küche verwendet, stammt übrigens zum größten Teil aus dem eigenen Garten. Und für die hausgemachte Pasta ist Francescas Mamma zuständig. Mittlerweile haben sich Francesca und Ciro mit ihrem Ristorante einen Namen gemacht in Sachen Antipasti!
z.B. Penne con gli Asparagi
Zutaten für 6 Pers.: Salz, 2 Eier, 1 Knoblauchzehe, 300 g geschälte Tomaten, geriebenen Pecorino oder Grana, Pfeffer, Olivenöl, 500 g grüner Spargel, 500 g Penne.
Zubereitung: Öl und fein gehackten Knoblauch erhitzen. Wenn der Knoblauch sich zu färben beginnt, gehackte tomaten zufügen, salzen, pfeffern. Spargel gut putzen und getrennt garen. In einer Pfanne mit besten Spargelstücken, den beiden geschlagenen Eiern, gut 2 Esslöffel schwarzen Pfeffer mischen. Erst dann von der Tomatensauce zugeben und noch einmal gut mischen. Sofort servieren.
Guten Appetit!
Mangiare e bere
Essen und Trinken halten Leib und Seele zusammen, hat schon meine Urgroßmutter gesagt. Und ihre lebensnahen Spräche fanden und finden in jeder Generation ihre Bestätigung!
Mangiare e bere - wer könnte uns eindrucksvoller in die Wichtigkeit dieser Tätigkeiten einführen als die Italiener? Essen und Trinken gehören zu den Lebensfreuden und zur Lebensqualität des ganzen Landesl Und Apulien bildet da gewiss keine Ausnahme!
Gastfreundschaft wird hier ja besonders groß geschrieben. Bei einem Besuch wird dem Gast alles aufgetischt, was Haus, Hof und Keller zu bieten haben. Und das ist reichlich, selbst im ärmsten Haushalt. Denn das Land gibt viel, und die Pugliesen wissen diesen unerwarteten und schwer erarbeiteten Reichtum delikat zu verarbeiten!
Allien die Käsesorten machen Appetit: Weichkäse von Kuh, Schaf, Ziege und Büffel, Mozzarella, Scamorza, Provolone, Caciocavallo, frischer oder lang gelagerter Pecorino, Burrata, Mantecha und Ricotta in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Ach ja, beinahe hätte ich den Cacioricotta vergessen! Der wird in Apulien mit Vorliebe statt des Parmigiano über die Pasta gegeben.
Ehrlich gesagt, auf den traditionellen Orecchiette con cime di rapa schmeckt er auch ganz besonders gut!
Tja, und was man mit diesen herrlichen Käsesorten alles anfangen kann! Wenn ich nur an die Scamorza affumicata vom Grill denke...
Apulien hat ca. 830 km Küste. Klar, dass diese Region für ihre Fischspezialitäten berühmt ist. Die Austern aus dem Mare Piccolo von Taranto haben schon römische Kaiser erfreut, un Muschelgerichte gehören bis heute zu den besonderen Spezialitäten der Stadt.
Schon an dieser Stelle verspreche ich unseren Mitreisenden ein ausgiebiges Muschlessen!
Ein paar apulische Spezialitäten, nicht nur fischige, will ich aufzählen: Frisedde oder Friselle (hartes, eingeweichtes Brot mit Olivenöl und frischen tomatenstückchen), Ostriche alla Tarantina (panierte Austern, in Öl gebraten), Cozze alla Leccese, Cocuzze alla poverella (getrocknete Zucchinischeiben, gebacken und mit Essig und Öl agemacht), Panzerotti (kleine gefüllte Hefeteigtaschen, manchmal auch Nudelteig), Focacce ripiene, Tiella (Auflauf), Melanzane alla parmigiana (Auberginenauflauf), Agnello al cartoccio (lammkotelett), Casseruola di polipetti (Tintenfischtopf), ragu del macellaio (Metzgertopf aus vier sorten Fleisch), Pomodori sott´ olio, Orata alla pugliese (Goldbrasse), Lampasciuni (Wildzwiebeln), Carduncieddi (Distelgemüse)...
Ich muss aufhören, sonst verzettele ich mich völlig bei alla den Leckereinen!
Sprechen wir ein wenig über den Wein. Im sogenannten Mezzogiorno wird der meiste Wein Italiens geerntet. Ein Gutteil dieser Ernte geht als konzentrierter Dickmost zum Anheben schwachbrüstiger Tropfen in nördliche Gefilde - ein gute Geschüft; dennoch gibt es viele Winzer die das bedauern. Schließlich verfügt die traditionsreiche Weinwirtschaft des Südens über ausgesprochen edle Tropfen vom süßen Südwein bis zum knackig-leichten Rose´. Sie tragen so schöne Namen wie Aleatico di Puglia (Naturlikörwein), Cacc´e Mmitte di Lucera (rot), Castel del Monte (von rot bis rose´), Copertino (rot und rose´), Leverano, Lizzano, gioia del Colle (alle drei von weiß´bis rose´), Locorotondo, Martina Franca (weiß schäumend), Moscato di Trani (natürlich-süß, likörartig), Primitivo di Manduria (natürlich-suß bis likörartig-trocken), Salice Salentino (rot bis rose´ abgelagert), San Severo, Squinzano...usw.
Und dann gibt es natürlich - wie in jeder Region - einen höchst eigenen und eigenwilligen Digestivo, einen Amaro, den man nach dem Essen zur Verdauung trinkt. Für all die vielen, meist ortsgebundenen Geheimrezepte zähle ich hier nur drei auf: Borsci San Marzano, Amaro dei Trulli und Elisir di Levante.
Essen und Trinkengehört mit zur Kunst der Unterhaltung, eine Kunst, die die Pugliesen wahrlich gut beherrschen! Um ein wenig davon zu uns nach Hause zu holen, füge ich am Ende all dieser Beschreibungen ein paar Rezepte del Region aus meiner eigenen Sammlung und aus einem der schönsten Kochbächer aus dem Droemer Knaur Verlag an.
Zuden finden Sie dor auch eine Bücherliste, die natürlich auch Kochbücher in deutscher und italienischer Sprache einschließt.
Il Venerdi Santo
Den Karfreitag, den Venerdi Santo, werden wir wieder mit einem ausgiebigen Frühstück beginnen. Es ist der 18.04.03, und wir hoffen, dass auch dieser Tag Ihnen alen in bester Erinnerung bleiben wird.
Heute steht Taranto auf dem Programm. Möglicherweise erleben wir die Rückkehr der Addolorata in die Chiesa San Domenico. Seit die schöne alte Statue der Addolorata um Mitternacht San Domenico verlassen hat, wird sie in einer Prozession durch die Straßen der Stadt getragen. Sie kehrt am Karfreitagmorgen erst zurück, und es ist ein unglaubliches Schauspiel, wenn sie unter den Gebeten und den Gesängen der Gläubigen mit größter Anstrengung die Treppen hinauf getragen wird! Wenn Sie das große Kirchenportal passiert, brandet zu Recht Beifall auf.
Wir besuchen auch die Chiesa del Carmine im Stadtteil Borgo, von der am Abend die Mysterien-Prozession ausgeht. Auch in dieser Kirche ist das Grab Christi stilisiert dargestellt. Die Prachtentfaltung ist endrucksvoll und reißt den Beschauer förmlich mit.
Das Museum der Stadt ist zur Zeit ausgelagert in den Palazzo Pantaleo, einem alten und inzwischen restaurierten und renovierten Palazzo der Citta´ Vecchia in der Corso Vittorio Emanuele II. Der alte Palazzo selbst ist schon einen Besuch wert.
Es gehört zu den jüngsten archäologischen Museen Italiens. Hier findet man die umfasendste Sammlung der Magna Grecia.
Das Gold von Taranto ist mit einem einzigen Besuch gar nicht zu erfassen. Genauso steht es mit den anderen Kunstaschätzen, den Töpferarbeiten, den Mosaiken und Skulpturen.
Auf vieles davon stießman bei den Bauvorhaben in der Neustadt. Da ist das Wiederkommen schon fast eine Pflicht!
Den Mittagsimbiss nehmen wir auf der Piazza Garibaldi ein. Da in Italien der Karfreitag kein Feiertag ist, bietet sich die Innenstadt zu einem Bummel an.
Es gibt viel zu sehen. Die Stadt soll der Sage nach von dem Spartaner Phalantos gegründet worden sein. Eine andere Sage weist auf Taras, den Sohn Neptuns und einer Nymphe. Beim Gründungsdatum ist man sich jedoch einigermaßen einig. Das Jahr 707 vor Christus wird von den Althistorikern genannt.
Vergangenheit und Gegenwart sind in dieser Stadt nicht mehr zu trenne. Und könnte man in den Boden schauen, unter die Häuser von Alt- und neustadt und auch unter die der Neubaugebiete am Stadtrand, so würde man feststellen, dass Taranto auf einem einwigen, riesigen Ausgrabungsgebiet steht.
Das historische Taranto war in seinen Ausmaßen un in der Zahl seiner Bewohner weitaus größer als das heutige.
Die Altstadt auf der dem Mare Piccolo vorgelagerten Insel heben wir uns für morgen auf.
Am Spätnachmittag treffen wir uns nach Ihrem persönlichen Bummel zu einer kleinen Stadtrundfahrt durch die Neustadt, die allerdings auch schon recht alt ist. Auf dem Corso Italia findet man beispielsweise die Reste einer römischen Wasserleitung. Die Erstellung eines Archäologischen Parks in nächster Nähe kommt auch nicht von ungefähr. Schon heute kann man in diesem Ausgrabungsgebiet ein Stück des alten Cinta Difensiva, des Verteidigungsgürtels, erkenne.
Das neugestaltete Lungomare wird gesäumt von riesigen Palazzi.
Besonders interessant ist der Palazzo del Governo aud der Zeit Mussolinis. Sämtliche faschistischen Ehrenzeichen sind erhalten geblieben.
Der Palazzo, in dem die Regierung der Provinz Taranto ihren Sitz hat, steht wie eine Trutzburd am Lungomare. Da ist es kein Wunder, dass man die Abrisspläne für diesen Koloss rash wieder in der schublade verschwinden ließ - zum Glück. Es wäre sicher sehr schade, würde diese grßartige Geäude mit seinen schömen Sälen nicht mehr existieren.
Ein weiterer sehenswerter Palazzo ist das Gebäude der Hauptpost, das in seiner Schönheit ganz sicher nicht auf eine so profane Nutzung hinweist.
Vielen weiteren schönen, alten Palüsten begegnen wir auf dem Weg in die Neubaugebiete am Stadtrand, der sich immer weiter hinausschiebt. Hier finden wir auch die hochmoderne Concattedrale an der Viale Magna Grecia, deren Bauweise einem Segel ähnelt. Wir werden sie nur von außen sehen. Die Katthedrale ist der spektakulärste italienische Kirchenbau der Neuzeit. Er wurde 1970 von Giovanni Ponti geplant.
Am Abend geht es zur Processione dei Misteri.
Die Tradition dieser Prozession geht auf die Zeit der spanischen herraschaft zurück, hat sich jedoch im Laufe der Jahrhunderte verselbständigt und eigenständig weiter entwickelt.
Die Tarantini zahlen viel Geld, um eine der wertvollen Statuen tragen zu dürfen. Ich weiß von einem Mann, der 70,000 Lire bezahtl hat, um einer der Träger der Addolorata, der Schmerzensreichen, sein zu dürfen. Die Teilnehemer bezahlen sogar viel Geld, um nur ein Zipfelchen eines Seiles zu halten, das mit einem der sakralen Standbilder verbunden ist. Sogar die armen barfäßigen Pilger opfern ein paar tausend Mark, um an der Prozession teilnehmen zu dürfen. Dafür ist ihnen der Platz im Paradies gewiss.
Die Statuen sind sehr alt und sehr wertvoll. Die beiden ältesten sind die der Addolorata und Cristo Morto, die Don Diego Calo´ zwischen dem 17. Und 18. Jahrhundert von derühmten Cartapesta-Künstlern in Neapel fertigen ließ. Mit diesen beiden Statuen begann die Tradition der Mysterienprozession, der Prozession der Wunder in Taranto.
Es ist ein unglaubliches, unvergessliches Spektakel, das in seiner tiefen Religiosität beeindruckt und die Preise für die Teilnahme vergessen läßt.
Nicht nur an diesem Tag, nein, schon seit gestern kann man den Eindruck gewinnen, dass in Taranto die Zeit still steht, dass man mit leidet, mit fühlt, egriffen ist von jenen Gefählen aus der Tiefe der Seele dieser Stadt. Wir begreifen, dass Taranto nicht die Settimana Santa lebt, nein, Taranto ist die Settimana Santa.
Gewöhnungsbedürfig für uns ist die "Trauermusik", die uns bei beiden Prozessionen allenthalben entgegenschjallt. Hat man sich ein wenig daran gewöhnt, findet man Gefallen daran und lässt sich von den meist schwermütigen Melodien mitreißen.
Nach der Prozession, die aufgrund der "a´nazzeccate", dem typischen Schaukeln der Büßerpaare, äußerst langsam voran kommt, werden wir im Ristorante Pepe e Peperoncino zu Abend essen. Es ist eine einfache Trattoria, die für ihre Pizza bekannt ist.
Taranto - Stadt meiner Träume
Das sagenumwobene Tarent - viel älter als Rom soll es sein. Dort, wo heute das Bahnhofsviertel in die Industreigebiete übergeht, donzentrierte sich einst die messapische Urbevölkerung.
Taranto ist eine Überraschung unter den apulischen Großstädten. Die Lage zwischen dem Binnenmeer Mare Piccolo und der Ionischen Bucht kann man nur als himmlische Fügung betrachten. Wie wertvoll sie war, erkannte als erster der legendäre Stadtgründer Taras, ein Sohn de neptun. Und bis heute hat die geschischtsträchtige Hafenstadt nichts von ihrer Faszination verloren.
Taras würde sein Taranto heute allerdings nicht mehr wiederekenne. Von der einstigen Blüte und dem Reichtum des "Paris der Antike" ist nicht viel übriggeblieben. Das Gold kann man nur noch im Museum besichtigen. Die großen Paläste, die Kirchen und Klöster der Altstadtinsel sind heruntergekommen und bedürfen ohne Ausnahme einer teuren und langwierigen Restauration und Renovierung. Womit man zum Glück auch begonnen hat.
Nachdem man jahrelang versucht hat, die Bewohner der Altstadt in moderne Wohnungen der neustadtviertel in den Außenbezirken unterzubringen, kehren die Menschen jetzt wieder in "ihre" Citta´ Vecchia zurück. Und mit jedem Stückchen gelungener Restaurierung werden es mehr. Die Altstadt Tarantos hat wieder an Leben gewonne.
Doch es werden noch Jahre vergehen, bis die Citta Vecchia in alter Schönheit erblüht - wenn überhaupt. Die kosten für die renovierung der von Industrie und Salzluft zerfressenen Palazzi sin dunendlich hoch.
taranto ist heute die Hauptstadt der Provinz Taranto und hat etwa 211.265 Einwohner. Die Stadt besitzt einen Marine-, Handels- und Industriehafen und lebte bis zum Bau der Stahlindustrie in ester Linie von Fischfang. Der Hafen steht heute an vierter Stelle unter den italienischen Häfen.
Das einst größte italienische Stahlindustriezentrum "Italsider", die "stählerne Kathedrale" oder das "Schloss aud Stahl", beschäftigte noch 1980 ca. 52.790 menschen. Inzwischen sind auch hier wie überall in Europa Kapazitäten abgebaut worden. Das Werd wurde an die Japaner verkauft und hißt heute ILVA, womit die Tarantiner nicht gerade glücklich sind. Dennoch ist die ILVA immer noch eine der größten Stahlproduzenten Europas und damit nach wie vor der größte Arbeitgeber und Lufverschmutzer der Provinz.
Die ILVA ist Brot und Tod der Stadt.
Inzwischen findet man hier auch ein Röhrenwerk, eine Zementfabrik, Erdölraffinerien, Industrieanlagenbau, eine Großbrauerei und eine ganze Reihe kleinere Industriebetriebe. Ganz neu ist der Container-Hafen. Und nach wie vor ist Taranto da Zentrum für Muscheln und andere Meereskleintiere. Seit Jahrhunderten werden im Mare Piccolo Austern und Miesmuscheln gezüchtet.
Die Straßen auf der Altstadt-Insel sind schmal und verwinkelt und ilden ein Gewirr von Gassen, Gässchen und Durchgängen, Hinterhöfen und Palazzi aus dem 17. 18. Jahrhundert, alten Klöstern, Kirchen und Krchlein, die dringend der Restaurierung und Renovierung bedürfen.
Die Neustadt dagegen wirkt wie ein gepflegtes Spinnennetz mit geraden und breiten Straßen, die von der Ponte Girevole bis zum anderen Ende der Stadt, bis in die Vorstadtegebiete führen. Auch die Querstraßen, vom Mare Piccolo quer durch die Stadt bis zum Mare Grande sind meist auch kerzengerade und relativ breit. Diese Art des Städtebaus hilft, sich gut zurechtzufinden. In neuester Zeit hat sich das Verkehrsamt dieser Anlage angenommen und Einbahnstraßen in beiden Richtungen aus Alleen und Prachtstraßen gemacht. Verlaufen oder Verfahren kann man sich nun gewiss nicht mehr!
Seit Jahren bemäht sich die Stadt auch um den Tourismus. Eine ganze Reihe angenehmer Hotels machen dies deutlich. Und zu sehen gibt es in der Stadt und in der Provinz wahrlich genug. Wenn es auch nur geringe bauliche Reste aus der Antike gibt, so sind die reichen Einzelfunde, besonders die aus dem Bereich Kleinkunst, absolut sehenswert. Das Nationalmuseum mit seinem Goldschatz ist für den Kulturfreund, nein, für jeden Besucher der Stadt ein Muss.
Taranto ist Erzbischofssitz und bietet eine große Zahl von Kirchen, deren Kunstschätze von ungeheurem Wert und auch von großer Schönheit sind. Zu nennen ist vor allem der Dom mit der Kapelle de San Cataldo und die auf dem Stadtschloss Friedrichs II. erbaute San Domenico Maggiore (wie man behauptet. DWK).
Sehenswert ist auch die Villa Peripato, einer Parkanlage aus dem 18. Jahrhundert mit vielen wunderbaren mediterranen Pflanzen. Die Anglage geht auf das Mare Piccolo hinaus und bietet Erholung und Ruhe im Stress der Großstadt.
Im Mare Piccolo befindet sich übrigens auch der Militürhafen.
Einladend sind auch immer wieder die weißen Strände und das glasklare Wasser der Naherholungsgebiete vor allem südlich von Taranto. Auch hier finden Touristen bequeme Hotels in Meeresnähe, Campingplätze und Sommerhäuser, die man je nach Lage relativ gänstig mieten kann. Und hier findet man in den heißen Sommermonaten auch die Tarantiner, die aus der brütenden merhäuser oder in die Apartments der Hotels geflächtet sind. Um Ferragosto, das ist der 15. August, herrscht inneritalienischer Tourismus in drängender Menge an den Stränden vor. Und der ausländische Tourismus hält sich immer noch in Grenzen.
Taranto - die Stadt der Widersprüche, eine moderne Großstadt, die gelichzeitig durch ihre Lage und ihre Insel-Altstadt die Hüterin der Vergangenheit und der Traditionen ist, diese arme und reiche Stadt - sie lüdt uns ein, Geschichte und Gegenwart und die Herzlichkeit der Bewohner zu erkunden.
Benvenuti!
asu: Taranto und seine Provinzen
Tarent
Tarent ist eine außergewöhnliche Stadt, sei es wegen seiner bewegten Vergangenheit, seiner langen militärischen Tradition - deren Spuren bis in die soziale Schichtung der Stadt reichen - sei es auch wegen seines derzeitigen Wandels zu einem Industriezentrum. Altes und Neues mischen sich, existieren nebeneinander, so die Olivenhaine neben den hochöfenm moderne Hochläuser neben halbverfallenen Hütten in der Altstadt.
Auch die Bewonhner dieser Stadt haben einen ganz eigenen Charakter; in den Jahrhunderten immer wieder wechselnder Fremdherrschaft haben sie gelernt, sich anzupassen; sie machen sich keine Illusionen, können sehr liebenswürdig, aber auch unfreundlich sein: eine "Kreuzung" verschiedenster Kulturen. Auch die Altstadt von Tarent hat ihre Schönheit und Poesie: die kleinen Balkone mit Geranien und Blumentöpfen voller Basilikun schauen hinaus auf den Hafen mit den großen vor Anker liegenden Handelsschiffen, den Fischkuttern und kleinen Fischerbarken. Schön ist auch die Strandpromenade, vor der man aufs offene Meer und den golf von Tarent sieht. An klaren Tagen, die übrigens relativ häufig sind, zeichnen sich in der Ferne die Berge Kalbriens ab.
Das Meer ist zartblau, manchmal smaragdgrün und färbt sich bei Sonnenuntergang in unbeschreiblich schöner Weise, fast mit der Heiterkeit und Farbenpracht eines Barockgemäldes. Sehenswert ist die Villa del Peripato (heute Villa Troilo), eine Parkanlage aus dem 18. Jahrhundert mit reicher mediterraner Flora; sie geht auf das "Mare Piccolo".
Heute wird das Stadtbild Tarents allmählich durch den neuen Handelshafen, das große Hüttenwerk ILVA (ehemals Italsider; DWK) - einem der größten Stahlerzeuger Europas - die Raffinerien der Shell AG, die großen Zementsilos und andere, kleinere Industriebetriebe verändert, die die Stadt zu einem wichtigen Industriezentrum machen, neben denen aber das Arsenal und die Schiffswerften weiter bestehen. In der Vielfalt der topographischen Gegebenheiten, in der eifersüchtigen Bewahrung der Zeugnisse der Vergangenheit und im Vorwärtsstreben in eine neue Zukunft steckt vielleicht der geheimnisvolle Reiz dieser an Widersprüchen so reichen Stadt, in der aber auch menschliche Wärme und Gastfreundschaft nicht zu kurz kommen.
Kurzer geschichtlicher Abriss
Der Sage nach soll Tarent von dem Spartaner Phalantos gegründet worden sein, Eine andere Sage weist auf Taras, Sohn des Neptun und iener Nymphe. Als Gründungsdatum wird von den Althistorikern im Allgemeinen das Jahr 707 v. Chr. agegeben. Bereits um 500 v. Chr. hat Tarent sich zur bedeutendsten Stadt der Magna Graecia entwickelt. Doch dann sollte sein Ruhm vom aufsteigenden Rom verdunkelt werden: die Tarentini sahen sich einem Feind gegenüber, gegen den ihre Schlauheit und auch das strategische Genie des zu Hilfe gerufenen Königs Phyrrus nichts ausrichten sollten. Nach drei blutigen kriegen wurde Tarent von den Römern bezwungen, blieb aber in Sprache und Kultur eine griechische Stadt. Erst in der Kaiserzeit wurde es, vielleicht auch unter dem Einfluss des Christentums, römisch. Im folgenden Jahrtausend löste eine Fremdherrschaft die andere ab: Karhager, Ostgoten, Byzantiner, Araber, schließlich die Herrschaft der Normannen, unter der es - wie ganz Süditalien - aufblühte. Dieser erneute Aufstieg von Tarent geht unter der Herrschaft der Staufer weiter; unter den Anjou und den Aragonesen verliert es wieder an Bedeutung. 1480 landeten die Türken in Otranto.
Zur Verteidigung der Stadt wird in dieser Zeit die Festung errichtet. 1734 geht Tarent an die Bourbonen und wird dem Königreich beider Sizilien eingegliedert. Unter Napoleon wird es als strategisch wichtiger Punkt wieder aufgewertet und mit Festungsanlagen, Kasernen und dem Arsenal ausgerüstet. Aus dem nachfolgenden Dornröschenschlaf wird Tarent erst von den Truppen Garibaldis geweckt; 1866 beschloss die italienische Regierung den Bau eines großen Momenten der italienischen Geschichte. In den beiden Weltkriegen fanden in seinem hafen die alliierten Flotten einen sicheren Zufluchtsort und eine unersetzliche Operationsbasis.
Vergangenheit und Gegenwart sind in Tarent überall miteinander verwoben. An der Stelle de antiken Tarent erhebt sich das moderne, mit dem einzigen Unterschied, dass der heutige Altstadtteil auf einer Halbinsel, nicht einer Insel lag. Das "Mar Grande" und das "Mar Piccolo" gingen an der Stelle, an der heute die Steinbrücke steht, direkt ineinander über. Die heutige Altstadt steht auf der antiken Akropolis, die neueren Stadtteile wurden über den antiken Wohnvierteln errichtet. Im Stadtteil Collepazzo erhob sich das wichtigste Stadttor, die sog. Porta Temenide, durch die Hannibal einzog: Auf dem Forum stand eine Kolosslbronzestatue des Zeus von Lysipp, auf der Akropolis erhob sich ein Tempel des Neptun, dem die Stadt geweiht war. Ausgrabungen haben ergeben, dass die Ausdehnung des antiken Tarenti die des heutigen wesentlich überschritt.
Gegenwart
Die ersten großen Arterien des neuen Tarent sind Via D´ Aquino und (in der Fortsetzung) Via di Palma, zu denen später Via Pitagora und auf der anderen Seite Via Anfiteatro, Via Principe Amedeo und Via Mazzini parallel geführt wurden. Das inselviertel ist das alte Wohnviertel mit engen, winkligen Gassen. Die Bewohner der Altstadt, die größtenteils auch heute noch Fischer sind, halten zäh an ihren Häusern ohne Luft und Licht fest: sie wollen im Schatten von S. Cataldo wohnen bleiben, wo sich ihre Vorväter auf der Flucht vor den Sarazenen niederließen. Der Fischfang spielt auch heute noch eine wichtige Rolle im Leben der Stadt. In diesem Zusammenhang sei auch das bereits 1914 begründete Institut für Meeresbiologie, das heutige "Istituto Sperimentale Talassografico" erwähnt.
Außer seinen archäologischen Sammlungen besitzt Tarent weitere bedeutende Kunstschätze: die romanische Kathedrale ist S. Cataldo, dem Schtzpatron der Stadt, geweiht und wurde 1071-1072 begonnen. Opfer mehrerer Brände, zeigt sie heute eine grßartige Barockfassade (Beginn de 17. Jh.). Durch einen kleinen Vorbau mit Baldachin (16. Jh.) gelangt man in den schönen dreischiffigen Innenraum (16 Marmorsäulen mit byzantinischen bzw. romanischen Kapitellen).
Sehenswert ist auch die Kapelle S. Cataldo, die durch ein kunstvoll geshmiedetes Gitter vom Kirchenraum abgeteilt ist. Sie ist überreich mit farbenprächtigen marmorintarsien (16.-18. Jh.), Barockfresken und Statuen ausgeschümückt. Wuchting steht der mit wertvollen Marmorinkrustationen bedeckte Altar da, in dem die Gebeine des heiligen Cataldo (Bischof in Rachan in Irland) bewahrt werden. Interessant ist auch die Krzpta mit ihren großen Arkaden. Im Halbdunkeln steht ein frühchhristlicher Sarkophag und an den Wänden kann man Reste bzyantinischer Fresken erkennen.
Besonders schön ist ein späteres Fresko (wahrscheinlich 11. Jh.) mit der Darstellung des Schutzheiligen. Der Bau von S. Domenico (auch S. Pietro Imperiale genannt) geht auf das 11. Jh. zurück, wurde aber mehrfach verändert. An der Fassade bestechen dem Betrachter sofort das gotische Portal und die große Rosette. (Grundriss: lateinisches kreuz, Barockaltar; die Holzdeckte ist im 18. Jh. von Carlo Martinelli bemalt worden). An dieser Stelle hatte Friedrich II. seinen Festungsbau, die ,,Rocca Imperiale” errichtet.
Santa Maria della Giustizia liegt außerhalb von Tarent an der SS 106. Diese Kirche wurde im 16.Jh. über einem basilianischen Vorgängerbau errichtet; (die Basilianermönche Kamen in den Jahrhunderten der byzantinischen Herrschaft nach Süditalien). Hier versammelten sich die Kreuzfahrer zum Gebet, bevor sie sich auf ihre gefahrvolle Reise ins Heilige Land einschifften. In der Nähe gibt es weitere basilianische Krypten: in einigen, z.B. in der Krypta S. Onofrio, sind gut erhaltene byzantinische Fresken zu sehen.
Das Nationalmuseum in Tarent gehört zu den jüngsten archäologischen Museen in ganz Italien, besitzt aber ohne Zweifel die umfassendste Sammlung der Magna Grecia. Die wertvollen Funde sind in drei Abteilungen gruppiert: einer außertarentinischen, d.h. ganz Apulien umfassenden, einer rein tarentinischen un einer prähistorischen. In der außertarentinischen Abteilung ( Erdgeschoss) sin Vasen von der salentinischen Halbinsel zu sehen (Lecce un Umgebung), zahlreiche Exemplare mit der charakteristischen “trozzella” -Form, ebenso Vasen aus der Provinz Bari (besonders aus Ceglie del Campo und Canosa). Die tarentiniscghe Abteilung im 1. Stock bildet den Kern der Sammlungen: sie umfasst die Fundstücke aus Tarent, die bei den Ausschachtungsarbeiten für die großen Wohnhäuser in den neuen Stadtteilen von Tarent ans Licht kamen. Dabei stieß man auf Nekropolen mit mehreren Tausend Gräben, in denen Tonfiguren, Goldschmuck und Müzen gefunden wurden. Die sehr reiche prähistorische Sammlung (2. Stock) ist eine der wichtigsten Quellen für das Studium der Vor- und Frühgeschichte Süditaliens.
Weitere Sammlungen befinden sich im Kreuzgang, der ehemals zum konvent S. Pasquale di Baylon gehörte, in dem einige Inschriften und größere Fundstücke aus Grabkammern in der Neustadt untergebracht sind; weiter das Lapidarium mit griechischen und lateinischen Inschriften und größeren Fundstüken verschiedener Provenienz; die Bibliothek mit einer reichen Sammlung archäologischer Fachliteratur. An den Terrakottafiguren (ca. 50.000 Fundstücke) kann man die Stadtgeschichte vom 7. Jh. bis in die Kaiserzeit hinein verfolgen. Ein Großteil der tarentinischen Terrakottafiguren, vor allem die frühesten, waren offensichtlich Votivgaben und wurden an mehreren Stellen in auffälliger Häufung gefunden. Andere dienten als Grabbeigaben, wieder andere waren für die Privatwohnungen bestimmt. Von der großen Nikestatue, die Pyrrhus in Tarent hatte errichten lassen un die die Römen dann als Beutezeichen vor dem römischen Senat aufstellten, scheint eine Statuette der geflügelten Siegesgöttin beeinflusst zu sein.
Viele der als Grabbeigaben gefundenen Vasen stammen aus dem griechischen Mutterland. Die ältesten (7. Und 6. Vorchristilichen Jh.) kamen aus Korinth: der Grund ist rot oder violett-braun, die Dekoration zeigt Reihen überlaängter Tier- oder stilisierte Menschenfiguren. Raritäten sind die spartanischen Vasen, sehr viele Fundstücke hingegen sind attisch. Die sogenannte italiotische Keramik, d.h. von Griechen in der Magna Grecia hergestellte Ware unterscheidet sich durch die roten Figuren und die weniger leuchtenden Farben von denen den Mutterlandes. Italische Keramik nennt man die von Nicht-Griechen in Italien hergestellten Arbeiten, z.B. die der Messapier. In der Daunia (d.h. der heutigen Provinz Foggia) wurden vor allem Tassen oder kleine Vasen mit roter bzw. Schwarer Dekoration gefunden, z.T. auch mit figürlichen darstelluntgen, die aber stark schematisiert und geometrisch sind.
Aus der “Peucezia” (Umgebung von Bari) kommen Glockenkratere mit Banddekorationen an den Henkeln. Im salento, dem antiken Messapien, findet sich die charakteristische “trozzella” -Form wieder. Das Museum in Tarent besitzt eine reichhaltige Sammlung antiker Münzen, speziell griechischer. Einen besonderen Hinweis vedienen die im “Goldsaal” ausgestellten Schmuckstücke tarentinischer Provenienz: Ketten, Ringe, Armreifen, Ohrringe und kuntsvoll Lorbeer- oder Eichenblätter nachahmende Blattfoldhaarreifen. In der Skulpturensammlung befindet sich ein schöner weiblicher Kopf, wahrscheinlinch Aphrodite, die Göttin der Schönheit und der Liebe.
Aus dem römischen Tarent stammt eine Reihe von Mosaiken mit figürlichen oder geometrischen Darstellungen; in ihnen kommt die den Tarentinern seit jeher eigene Freude an der Farbe zum Ausdruck. Die prähistorische Sammlung bietet einen umfassenden Überblick über die ältesten menschlichen Ansiedlungen in ganz Apulien. Altsteinzeit und Jungsteinzeit sind mit vielen Funkstücken vertreten; typisch die bemalte, eingekratzte oder gebrannte Keramik.
Das Kastell wurde 1481 auf einem Vorgängerbau von Niceforo Foca unter Ferdinand von Aragon errichtet. Heute ist es Sitz des Kriegsmarinekommandos. Im (restaurierten) Inneren befindet sich die Kapelle S. Leonardo (mit Apsiskuppel). Unweit vom Kastell liegt das Oratorium SS. Trinita, in dessen kleinem Innenhof Reste eines dorischen, wahrscheinlich Neptun geweihten Tempels (4. Jh. v. Chr.) erhalten sind. Wer von Tarent erzählt, erzählt bestimmt auch von der Drehbrücke, die über den schiffbaren Kanal zwischen Mar Grande un Mar Piccolo führt. Sie wurde 1886 gebaut und 1958 völlig erneuert (ca. 86 m lang, 7 m breit, 12 m ü.M.).
Der Fischfang in Tarent
Zwar verden auch in Tarent mit Erfolg moderne Fangmethoden praktiziert, daneben aber haben sich bis heute am ganzen Küstenstreifen die altüberlieferten Formen des Fischfangs erhalten. Eine besondere, von Feinschmeckern sehr geschätzte Spezialität sind Fische aus dem Mar Piccolo, das einen niedrigeren Salzgehalt hat. Polypen werden nachts gefangen, im offenen meer mit einer Angel, an deren Ende mehrere Haken befestigt sind, die einen kleinen Anker bilden. Im flacheren Wasser fängt man Meergetier mit starken Lampen und der Harpune. Der über das Wasser gebeugte Fischer sucht mit den Augen aufmerksam den beleuchteten Grund ab. Sobald etwas Fanbares - ein Polyp, ein Tintenfisch oder ein Fisch- auftaucht, stößt er zielsicher zu.
Nachts wird auch auf dem offenen Meer mit starken Lampen gefischt; mehrere Boote (mindestens drei) bilden einen halbkreis, richten ihre Lampen aufs Wasser und warten darauf, dauss die Fische durch das licht angelockt werden. Nach einiger Zeit werden von einem weiteren Boot die Netze um die beleuchtete Zone ausgeworfen und voll wieder eingeholt. In den langen Nächten auf dem Wasser wärmen sich die Fischer auf, indem sie in einem einfachen Kohlenbecken ein Feuer anzünden. Oder aber sie strecken sich auf den Planken ihres Bootes aus, zugedeckt mit groben Wolldecken, und schlafen bis zur Morgendämmerung. Wenn der Fischer tags auf Polypenfang geht, nimmt er eine lange Stange und befestigt ein weißes Stoffstück daran. Damit stochert er in den schmalen Spalten der Klippen und reizt den Polypen, der mit sienen Tentakeln den Stofffetzen umklammert: ein sicherer Harpunestoß tötet die Beute. Tarent ist auch berühmt für seine broßen Miesmuscheln und aromatischen Austern. Pro Jahr werden fast 4 Tonnen Miesmuscheln und ca. 5 Tonnen Austern Gezüchtet. Auch unsere Vorfahren schätzten die Meeresfrüchte als Leckerbissen, so dass die Muschelkultur noch heute nach traditionellen Methoden betrieben wird, die man bereits im 15. Jh. in einen “roten Buch” zusammen gestellt hat.
Il Sabato Santo
Am Samstag, den 19,4,03, kehren wir nach dem Frühstück nach Taranto zurück. Die Altstadt erwartet uns. Wir fahren über die berühmte Drehbrücke von 1886, Ponte Girevole, die 1958 erneuert wurde, bis zum Castello Aragonese, das leider nicht zu besichtigen ist.
Ferdinand I. ließ das Schloss 1481 auf den Resten der byzantinischen Bollwerke zu einer Festung ausbauen, um einen Vorposten zu haben, der die Stadt vor türkischen Überfällen schütze.Die Arbeiten wurden 1492 beendet. Die Rundbastionen des Schlosses sind ebenso wie Teile der Außenmauern original aragonesisch. Seit 1877 ist das Schloss Sitz der Marine und somit Militärgebiet. Deshalb sind auch die Keller mit den Kerkern für uns tabu. Die restaurierte schöne renaissancekapelle San Leonard wird uns jedoch geöffnet, wenn wir darum bitten.
Wir werden uns im übrigen mit den “überirdischen” Sehenswürdiegkeiten begnügen müssen. Dazu gehören auch der Fisher- und der Militärhafen. Letzterer ist natürlich nur von außerhalb zu betrachten.
Der Fischerhafen mit seinem morbiden Charme fasziniert immer wider. Die Fischer beim Netzeflicken zu beobachten, erinnert einmal mehr an längst vergangene Zeiten - und doch, wir erleben das alte Handwerk im Heute.
Am Beginn der Altstadt, an der Via Duomo, stehen die letzten Reste der goldnen Zeit Tarantos, als die Stadt eine der größten und reischsten der Magna Grecia war, die Dorischen Säulen, die zum Neptuntempel gehörten.
Gleich nebanan steht das Rathaus, das frisch renovierte Palazzo Municipio, ein alter, sehr aufwendiger Bau mit einem Spiegelsaal für die großen Empfänge. Die Stadtväter haben mit der Wahl dieses Palazzos signalisiert, wie wichtig ihnen die Altstadt und deren Sanierung ist, auch wenn sie Unsummen verschlingt und viele Jahre dauren wird.
Wir werden die romanische Kathedrale San Cataldo besichtigen, die in diesen Tagen von vielen Gläubigen besucht wird. Sie ist eine der antiksten Kirchen Apuliens. Die Grundsteinlegung erfolgte bereits 1071. Die Fassade zeigt barocken Stil, da sie im 18. Jahrhundert nach mehreren Bränden neu entworfen wurde. Die Kuppel dagegen ist byzantinisch. Bedeutend ist die Kapelle des San Cataldo in prunkvollem Barock. In dem mit kostbarem Marmor inkrustierten Altar werden die Gebeine des Heiligen aufbewarhrt. Bischof Cataldus von Rachan in Irland starb im 7. Jahrhundert in Taranto, als er auf dem Weg ins Heilige Land war. Im Kerzenlicht schimmern die farbenprächtigen Marmor Inkrustatinen besonders schön. Interessant ist auch die Krypta mit ihren großen Arkaden. Im Halbdunkel steth ein frühchristilicher Sarkophag, und an den Wänden sind die Reste mehrerer Fresken zu entdecken, die Bilder aus dem Leben des Heiligen Cataldo zeigen.
Friedrich II. ließ sich einst einen großen Palast erbauen, die kaiserliche Burg, so erzählt man, auf deren Resten heute die Kirche San Domenico emporragt, die im Laufe der Jahrhunderte mehrfach verändert wurde. Ob er je in Taranto gewesen war, weiß man nicht. Vielleicht ist hier auch nur der Wunsch der Vater des Gedankens.
San Domenico ist eines der wenigen verbliebenen Exemplare romanischer Kunst, die noch in der Stadt zu finden sind Sie wurde 1302 von dem vornehmen Tarantino Giovanni Taurisano erbaut. Hinreißend schön ist die Rosette an der Vorderseite über dem Spitzbogen-Portal mit ihren 16 kleinen, eher zarten Säulen, die ihr eine besonders elegante Note geben, in ihrer Schlichtheit.
Das Innere der heute einschiffigen Kirche liegt auf dem Grundriss eines lateinischen Kreuzes. Der schöne Barockaltar ist wirklich sehenswert ebenso wie die wertvolle Holzdecke aus dem 18. Jahrhundert, die von Carlo Martinelli bemalt wurde.
Auf der linken Seite befinden sich vier kleine Kapellen, darunter die der Addolorata. Zu verbanken sind diese Kapellen den Dominikanernk, die eine Weile in Taranto gelebt haben. Die Kapellen bildeten einst das linke Krchenschiff, während das rechte von eben diesen Dominikanern in das angrenzende Kloster einbezogen wurde.
Das Chiostro San Domenico wurde im 14. Jahrhundert erbaut und besitzt einen schönen Kreuzgang, der zur Erholung unbd Besinnung geradezu einlädt. Es wurde erst vor kurzem restauriert und dient als Landesdenkmalamt. Zur Zeit werden in den Räumen im Erdgechoss weitere Preziosen aus dem Nationalmuseum ausgestellt. Und natärlich werden wir auch hier hineinschauen.
Und vielleicht ergibt sich auch die Möglichkeit, das Mini-Kirchlein des Ortsheiligen, des erst kürzlich heiliggesprochenen San Egidio, zu besuchen. Diese Gebetsstätte hat die Große eines kleinen Zimmers und ist der Geburtsort des von den Tarantini hochverehrten Egidio.
Doch damit muss es genug sein, was die Kirchen angeht. In der Altstadt Tarantos könnte man von Kirche zu Konvent und zur nächsten Kirche gehen, so viele gibt es hier. Und die meisten warten sehnlichst darauf, dass sich ein Sponsor findet für die Restaurierung. Die Kosten für San Michele zum Beispiel haben die Malteserritter übernommen. Und dennoch dauert es lange, bis solche Prunkstücke wieder zu besichtigen sind.
Die alten Palazzi, die zur Zeit restauriert und renoviert werden, sind zum Teil wieder bewohmt. Das Kulturamt der Stadt befindet sich im Palazzo Galeota. Auch eine Prinzessin mochte sich von der Vertrautheit ihrer Heimatnicht trennen und lebte bis zu ihrem Tod im letzen Jahrn immer noch in ihrem Palazzo Carducci in der Vico Seminario, der der Bequemlichkeit wegen einen modernen Aufzug bekommen hat. Die Barone Pantaleo erbauten einst dswen schönen und repräsentativen Palazzo am Mar Grande, in dem heute das Nationalmuseum zu Gast ist Die Familie Buffoluti erbaute den Palazzo Latagliata an der “Ringhiera” am Mar Grande, in dem einst der Klerus wohnte. All diese Palazzi in der Citta Vecchia stammen aus dem 17. Jahrhundert.
Viele kleine Geschäfte gibt es wieder in den engen Gassen. Schmutz, Armut, liebevoller Aufbau und ernsthaftes Bemühen um die Erhaltung von Altem und von Traditionen, verbunden mit dem Wissen und den Errungenschaften der Moderne gehen hier eine sonderbare Symbiose ein und ergeben ein Lebensgefühl, dem man sich nicht verschließen kann.
Mario Pasquale Costa, der große Musiker und komponist, der viele schöne Lieder, leider nicht für seine Heimatstadt sondern für Neapel, geschrieben hat, wurde hier geboren.
Und Nicola Giudetti, ein ehemaliger Fischer und großer Maler, lebt hier.
Ihn werden wir besuchen in seinen “Atelier”. Und bitte: stellen Sie sich bloß nicht einen üblichen lichtdurchfluteten Raum vor!
Nicola Giudetti, ein besonders lieber Freund, ist ein mehrfach ausgezeichneter Maler, der sich intensiv um die Jugendlichen der ärmerer Familien kümmert und sie von der Straße holt.Zudem kämpft er um die Erhaltung der Altstadt, die seine Heimat, sein Leben ist. Er sammelt Spenden für die Ärmsten und bringt den kindern das Malen und die Geschichte ihrer Stadt bei. Man sagt ihm nach, dass er ein Stück der Citta Vecchia ist.
Mit großer Begeisterung bemüht er sich auch um die Touristen, denen er sein Taranto ans Herz legen möchte. Das drückt sich auch in den ausgesprochen moderaten Preisen seiner Bilder aus die er oft weit unter ihrem Wert verkauft in der Hoffnung, damit seiner Stadt neue Freunde beschert zu haben.
Ja, man woht wieder gern im Schatten von San Domenico! Die Tarantini mochten sich an die neuen Häuser in den Außenbezirken der Stadt nicht gewöhnen. Viele legen selbst Hand an, um die Citta Vecchia wieder lebenswert zu machen.
Wir stehen immer wieder voller Bewunderung vor den kleinen Oasen neuen Lebens in den oft düsteren Ecken, die noch viel Geld, Arbeit und Engagement erfordern.
Unser Mittagessen werden wir in der Altstadt einnehmen, eine Spezialität wird es sein in einer kleinen unscheinbaren Trattoria, die schlict und einfach nur Trattoria heißt und als Geheimtipp gilt; denn hier gibt es garantiert die besten Cozze, die Miesmuscheln, die schon in der Zeit der alten Römer weit über Taranto hinaus berühmt waren. Die zweite Spezialität dieses Hauses sind Nudeln mit Bohnen. Lassen Sie sich überraschen! Übrigens ist es ziemlich schwierig, hier einen Tisch zu bekommen, so einfach und schlicht die Trattoria auch sein mag. Oft bedarf es großer Geduld und Stehvermögen, von der Tür auf den nächsten freien Platz zu warten. Wir werden frühzeitig vor der Tür stehen!
Zum Abendessen wird sich unsere fröhliche Runde um einige Freunde vergrößen. Mit dem Ensemble Lehar wollen wir in den Ostersonntag hineinferien. Natürlich werden Aldo Bianchi und seine Gruppe nach dem Essen ihre schönen Stimmen erschallen lassen und uns mit Operettenmelodien und alten italienischen Volksliedern erfreuen.
PASQUA
Pasqua, Ostersonntag, 20.4.03, weden wir mit einem schönen Osterfrühstück beginnen.
Anschließend fahren wir nach Massafra. Es ist ein eigenartiges Städtchen auf den beiden Ufern der Gravina san Marco. Auf dem westlichen Ufer der Gravina, der tiefen Sclucht, liegt der alte Siedlungskern, Terra gennant. Den neuen Staddteil auf dem östlichen Ufer nennt man Borgo Moderno. Verbunden sind die beiden Staddteil durch zwei hole Viadukte.
In die Wände der Gravina sind Tuffsteingrotten eingehauen, die wahrscheinlich der Bevölkerung im Hohen Mittelalter als Unterschlup dieten und in denen die BasilianerMönche nach ihrer Flucht aus Kleinasien hausten.
Über die unendlichen Treppen werden wir in die Gravina hinabsteigen und die einzigartige weiße Wallfahrtskirche Santa Madonna della Scala besichtigen. Sie wurde 1730 über einert frühchristlichen Höhlenkirche errichetet. Es besteht auch die Möglichkeit, die Krypta Buona Nuova zu besuchen. Hinter dem Santuario führt ein schmaler Pfad in das faszinierende Höhlenareal der Schlucht. Vielleicht schaffen wir es sogar, die Apotheke des Magiers Greguro zu sehen, ein absonderlicher Bau, der nach der Überlieferung den Basilianer-Mönchen als Lager für ihre Heilkräuter diente. Besichtigen werden wir die Höhle des Magiers allerdings nicht. Dazu bedarf es wahrer Bergsteigererfahrung.
122 Stufen – falls ich mich nicht verzählt habe – führen in die Tiefe der Gravina, zum Santuario. Jede einzelne lohnt sich. Der Ausblick, der sich auf dem Weg nach unten bietet, ist unvergesslich schön.
Die Führung übernimmt eine junge Dame von Fremdenverkehrsbüro der Stadt Massafra. Wie weit sie uns durch die Gravina führenn kann, hängt davon ab, ob es im Winter erneute Steinschläge gegeben hat. Aber keine Angst, die offenen Wege sind auch sicher!
Von Massafra aus geht es in die Randgebiete des nahen Mottola. Diese Stadt liegt auf einer Bergkuppe, 387 m über dem Meer. Zum Landschaftsbild gehören Schluchten, Höhlenwohnungen und –kirchen.
Wir werden ein paar gut zugängliche Chiese rupestre, Höhlenkirchen, am Fuß dieser Bergkuppe besuchen, die den aus Kleinasien geflüchteten Basilianer-Mönchen zugeschrieben werden.
Das mysteriöse und faszinierende Volk, das vier Jahrhunderte lang in den Grotten Apuliens lebte, war ein Volk der Verlorenen.
Nach dem Zusammenbruch des Heiligen Römischen Reiches drangen die Byzantiner, die Goten, die Langobarden, die Slawen, die Franken und die Sarazener in die Region ein, bis an der Schwelle des Jahres 1100 Byzanz die Gegend ein zweites Mal eroberte. Angst und Schrecken trieben die Menschen in die Flucht.
Bei der Suche nach einem geeigneten Versteck stieß man auf die Schluchten mit ihren natürlichen Höhlen. Dies war die Geburtsstunde unterirdischer Städte und Gemeinden.
Die Basilianermönche waren es, die ihre Höhlenwelt mit unzähligen Kirchen verschönten. Diese Kirchen bewahren auch heute noch die schönsten Fresken wie eine riesige unterirdische Pinakothek.
Die Schluchten schienen sicher, weil unerreichbar – und für den, der sie nicht kennt, sind sie es immer noch. Nur mit viel Erfahrung entdeckt man die geheimen Pfade zu den Schönheiten des Mittelalters.
Ein paar der Kleinode der Geschichte werden wir uns anschauen. Zuerst geht es zur Chiesa Madonna delle Sette Lampade, die auch heute noch oft von Gläubigen besucht wird und leicht zu erreichen ist.
Anschließend fahren wir zur Chiesa Madonna del Carmine, die in einer Gravina, einer Schlucht, liegt. Diese ist gut ausgebaut und hat einen recht modernen Kreuzweg. Auch diese Kirche ist eine Hochzeitkirche, die für besonders romantische Feste bürgt. Die friedvolle Umgebung bietet sich an für eine ausgedehntere Pause, für den Lunch und einen Spaziergang.
Anschließend verlassen wir für ein paar Stunden Apulien und fahren in die Basilicata. Es geht nach Metaponto, dem alten Methaponthion, einem Ausgrabungsgebiet, in dem man „einfach so“ herumspazieren kann. Hierbei handelt es sich um eine griechische Siedlung, die später von den Römern übernommen wurde, so dass auch Römergräber zu sehen sind. In Metaponto erleben wir Geschichte pur.
Die Stadt entwickelte sich zu einem bedeutenden Zentrum während der großen griechischen Expansion in dieser Gegend ca. 800 Jahre vor Christus. Die Achaier waren es, die Methaponthion gründeten. Und Pythagoras, der berühmte Mathematiker und Philosoph, fand hier mit seinen Anhängern eine neue Heimat, als aus Croton verbannt wurde.
1966 wurden vier Tempelanlagen aus dem 6. bis 4. Jahrhundert vor Christus freigelegt, ebenso der Versammlungsplaty, das Theater und das Töpferviertel.
Außerhalb der Standt findet man die Reste des Temples der Hera, fünfzehn markante Säulen, die uns ahnen lassen, von welch monumentaler Größe dieser Tempel einst war.
Auf ihn wollen wir uns heute beschränken, da für noch mehr Geschichte die Zeit zu knapp wird. Aber hatten wir nicht schon einmal übers Wiederkommen gesprochen?
Ein paar Worte noch zur Basilicata, der Region Italiens, zu der Metaponto gehört. Sie ist eine der kleinen Regionen und grenzt an Apulien, an Kampanien und Kalabrien. So klein diese Region mit ihrer Hauptstadt Potenza auch sein mag, sie hat Zgang zu zwei Meeren: das Ionische Meer und im Westn das Thyrrenische Meer. Zwei Provinzen gibt es und nur insgesamt ca. 620.000 Einwohner. Im Altertum nannte man die Basilicata auch Lucania. Auch dieser Region schenkte Friedrich II. Sein Herz. Nur zu gern verbrachte er die heißen Sommer in Melfi. Und Venosa ist der Geburtsort des berähmten Horaz, der Taranto so liebte.
Lucanien, die Basilicata der Alten – sie ist ein wildes Bergland, das von broßen, urwelthaften Flusstälern durchstoßen wird. Die Orte – Kleine Städte und uralte Dörfer und Dörfchen – liegen so weit voneinander entfernt, dass das Land einen leeren, ja, ausgestorbenen Eindruck macht. Die schmalen fruchtbaren Zonen entlang der Flüsse gehen jäh in hohe Sandberge und in karstigen grauen Fels über. Auf steilen Bergkammen entdeckt man, oft nur mit Mühe, verwegene Ortschaften, deren verwitterte Häuser kaum von den Felsen ringsum zu unterscheiden sind. Der erschreckende Wechsel von paradiesischem Grün und kargem kahlem Grau hat auch die Menschen und ihre Lebensart geprägt. Diese Region hat verdient, dass man ihr besondere Aufmerksamkeit und auch eine eigene Entdeskungsreise widmet – ein anderes Mal. Diesmalberschränken wir uns auf die Fahrt von Neapel zum Hotel und auf diesen kleinen Ausflug.
Am Abend gibt es ein Osteressen ähnlich dem wie es in Italien äblich ist.
Das Osterfest wird in Italien besonders gefeiert. Es ist ein Familienfest, bei dem man bereits mittags zu essen beginnt. Jeder trägt eine Spezialität zum Essen bei. Irgendwann am späten Nachmittag wird die Colomba angeschnitten, die Friedenstaube, die in diesem Fall süß ist und ungefähr so schmeckt wie der Panettone zu Weihnachten. Dabei werden dann kleine Geschenke ausgetauscht. Anschließend stößt man mit Spumante an.
Das Essen wird für uns feslich, wenn auch nicht ganz so ausladend sein wie in den italienischen Familien. Aber natürlich werden wir ein Stuck von der Colomba probieren und uns ein Glas Spumante gönnen. Nur auf das urdeutsche Eiersuchen werden wir verzichten müssen.
Fröhliche Osterne allerseits! - Buona Pasqua!
Colomba Pasquale
150 g Butter, 120 g Zucker, 60 g Rosinen, 3 Eier, 500 g Weizenmehl, 40 g Hefe, 60 g Orangeat, 60 g Zitronat, 1 Prise Salz
Um die Entstehung dieses traditionellen Osterkuchens ranken sich zahlreiche Legenden, von denen eine bereits auf die Langobardenzeit zurückgeht.
Der gefürchtete Alboin hatte die Stadt Pavia nach einer langen und auszehrenden Belagerung endlich zum Aufgeben gezwungen. Als Rache für den hartnäckigen Widerstand sollte die Stadt dem Erdboden gleichgemacht und ihre Bewohner einzeln aufgespießt werden.
Die Pavesen suchten ihr Heil in der Kirche, und tatsächlich, wie durch ein Wunder, stürzte Alboin vom Pferd, das sich wie wild gebärdete. Da wurde er so wütend, dass er seinen furchtbaren Befehl bekräftigte und darüber hinaus die zwölf schönsten Mädchen der Stadt auf sein Schloss bringen ließ. Das schönste Mädchen der Stadt machte sich daraufhin auf und fütterte Alboins Pferd mit einem Kuchen in Form einer Taube. Das Pferd bäumte sich noch einmal auf, schüttelte sich und wurde ganz zahm. Dann trug es den beschämten Alboin in die Stadt, der allen Einwohnern das Leben und die Freiheit schenkte. Pavia machte er zur Hauptstandt des Langobardenreichs.
Seither steht der taubenförmige Kuchen für Frieden und wird deshalb an ostern gegessen – und das mittlerweile in ganz Italien.
Zubereitung: Die Hälfte des Mehls in eine Schüssel häufen und in der Mitte eine Vertiefung bilden, in die die zerbröckelte Hefe und ein wenig lauwarmes Wasser gegeben wird. Die Zutaten vorsichtig vermengen und dann ann einem geschützten Ort eine Stunde gehen lassen.
Wenn der Teig sein Volumen verdoppelt hat, das restliche Mehl einkneten, ebenso die zerlassene Butter und die Eier, die zuvor in einer Schüssel verquirlt worden sind. Nun kommen noch Zucker und Salz dazu. Den Teig kräftig mit den Händen durchkneten, bis er sich trocken von der Schässelwald löst. Dann mit einem Tuch abdecken und wieder an einem geschützten Ort gehen lassen.
Nach einer knappen Stunde die Rosinen sowie das fein gewürfelte Witronat und Orangeat einarbeiten. Den Teig nun auf ein gefettetes Backblch setzen und ihn mit etwas bildhauerischem Geschick zu einer Taube formen. Zwei Rosinen werden an die Stelle der Augen gesetzt.
Ofen auf 200 C vorheizen.
Die Mandeln kurz mit heißem Wasser überbrühen, häuten und in glatten Hälften teilen, Mit diesen Mandelhälften wird der Taube auf den Flägeln ein Federkleid gemacht. Nun die Colomba mit Eigelb bestreichen und mit Hagelzucker bestreuen.
In den heißen Backofen schieben und in 45 Minuten backen, bis sie goldbraun ist. (nach zehn Minuten die Temperatur auf 180 C reduzieren).
Pasquetta
Pasquetta, das kleine Ostern, bei uns schlicht Ostermontag gennant – es ist der 21,4,03 - , werden wir nutzen zu einer Fahrt nach Castellana Grotte und Alberobello, der Stadt der Trulli. Das bedeutet, dass wir an diesem, Tag auch den inneritalienischen Ausflugsverkehr kennen werden, bestimmt auch die an diesem Tag vorprogrammierten Staus!
Ein Grund, das Früstück etwas abzukürzen und früher loszufahren als sonst. Die Fahrt führt uns durch das Land der Trulli bis nach Castellana.
Die berühmten Grotten wurden zun ersten Mal 1938 von Franco Anelli erfoscht. Man ahnte, ja, man wusste schon im 18, Jahrhundert, dass es Höhlen geben musste. Doch erst der Höhlenforscher Anelli entdeckte den Zugang, der zu einem der schönsten und interes-santesten Höhlenkomplexe Europas führt.
Die Grandiosität der Grotten von Castellana ist durch die große Menge der im Inneren vorhandenen Bildungen von Stalagmiten und Stalaktiten gekennezeichnet. Letztere bilden unvergleichliche Mondlandschaften mit kristallklaren Spitzen und Säulen von unzählbaren Reflexen und anmutige natürliche Skulpturgruppen. Es dauert ca. 1 Stunde, bis man die herrlichste Grotte der Welt, die berähmte weiße Grotte erreicht – ein Weg, der sich lohnt und der unvergessliche Eindräcke vermittelt. Eine warme Jacke sollte man allerdings anziehen. Da unten ist es doch schon empfindglich kühl.
Die Fahrt von Castellana nach Alberobello führt durchs Märchenland der Trulli. Es ist eine verzauberte Landschaft, in der im frischen Frühlingsgrün die weißen Zipfelmützendächer der Trulli-Gehöfte besonders weiß strahelen.
Unser Mittagsimbiss genießen wir in einem kleinen Ristorante – mitten in der Trulli-zone Rione Monti. Essen in einem Trullo! Ein besonderes Erlebnis!
So gestärkt wird es uns nicht schwer fallen, die 7 parallelen Straßen mit den vielen Treppen hinauf und hinab steigen, einen Trullo-Dachgarten zu erklimmen und alles zu genießen, was dieser ungewöhnliche Ort zu bieten hat.
Alberobello entstand etwa im 15. Jahrhundert und hat sich zu der einzigartigsten Siedlung Italiens entwickelt seiner charakteristichen Trulli wegen.
Es gibt verschiedene Geschichten, die sich mit der Herkunft dieser Behausungen befassen. Alle erzählen jodoch ein bisschen von Rebellion. Vielleicht mag ich deshalb diesen Ort ganz besonders.
Wir werden uns viel Zeit nehmen, den Ort und seine gastfreundlichen Bewohner kennen zu lernen. Es lohnt sich, in dem einen oder anderen Trullo die hausgemachten Liköre zu probieren und die erlesenen Handarbeiten zu bewundern.
Unsere Freunde warten schon auf Sie, um Ihnen auch eninen Blick über den faszinierenden Ort zu gönnen von einem der malerischen Dachgärten. Nicht versäumen sollten Sie einen Besuch in der schlichten Trullikirche aus den 30er Jahren und in der schönen und kostbar ausgestatten Kathedrale, die den Heiligen Ärzten, i Santi Cosma e Damiano, geweiht ist.
Nun, dazu bleibt Ihnen Zeit nach Lust und Laune. Nach einem kleinen gemeinsamen Spaziergang nimmt Alberobello Sie gern auf. Erkunden Sie den Ort, der neben den Touristenstraßen besonders im Stadtteil Aia Piccola, der Trulli-Wohngegend, bezaubernd-romantische Ecken zu bieten hat.
Wir werden uns um 19.00 Uhr bei unserem Freund Mimmo treffen, um in einem ganz besonderen Ristorante unser letztes gemeinsames Abendessen einzunehmen. Auch diesmal gibt es ausgewählte Spezialitäten aus dem Land der Trulli.
Vielleicht reichen Zeit und Kraft nach dem gelungenen Abendessen noch zu einem kleinen Spaziergang durch das Märchenland mit den Zipfelmützen – der Flieger geht ja erst morgen!
Und im Laterneschein ist Alberobello besonders romantisch.
Man gerät ins Träumen....
Ein letztes Mal geht es zurück ins Hotel, und ich denke, der Abschied vom Märchenland der Trulli wird uns nicht gerade leicht fallen.
Wir werden ihn uns mit einem Abschiedsschluck versüßen....
Abschied
Am 22.4.03 geht es gleich nach dem Frähstäck ans Kofferpacken. Um 8.30 Uhr wollen wir starten. Der Weg nach Neapel ist lang, und er birgt für unsere Mitreisenden noch eine besondere Überraschung. Wir wollen einen kleinen, aber feinen Umweg machen.
Das Castel del Monte dei Andria wartet noch auf unseren Besuch!
Das achteckige Jagdshloss Friedrichs II. Liegt eindrucksvoll 500 m über dem Meeresspiegel auf einer Hügelkuppe. Allein der Anblick des Monumentalbaus aus der Ferne ist großartig, dass man kaum das passende Wort dafür findet
Das Oktagon mit seinen acht in sich ebenfalls achteckigen Türme entstand in der ersten Hälfte des 13. Jahrhundersts und ist der rätselhafteste und komplizierteste unter den Bauten des großen Stauferkaisers. Es ist aber auch der bekannteste.
Das Castel del Monte stellt unter allen Gesichtspunkten eine Synthese der Ideen und Projekte des Kaisers dar, aber auch eine geniale Summe des mathematischen Wissens der damaligen Zeit. Das Schloss gilt als ungelöstes Rätsel dank seiner mehr oder weniger verborgenen Bedeutungen. Zweckbestimmung und Symbolik reichen sich hier die Hand.
Ein Repräsentationsbau sollte es sein, und das ist es auch noch heute. Geht man durch die miteinander verbundenen Räume und schaut aus den Fensternischen in die Ferne, so ergreift einen schon ein ganz eigenartiges Gefühl. Wieder einmal wird Geschichte „begreifbar“ im wahrsten Sinn des Wortes. Und schließt man die Augen, möchte man glauben, das Rascheln der Kleider, die Befehle an die Dienerschaft, die Stimme des Kaisers selbst zu hören... nein, nein, das sind nur Träume! Und so war es doch gar nicht, damals, vor fast 800 Jahren....
Das Castel del Monte ist das sichtbare Zeichen der Macht des Kaisers, ein Beispiel für sein ganz persönliches Lebensgefühl und seines Weltbildes. Es ist das Abbild seiner Überzeugung, in gewisser Weise ewig zu sein. Doch ob Friedrich es je vollendet hat, ob er selbst einmal durch die einst prunkvollen Räume schritt, ist völlig ungewiss.
Noch ein Wort Symbolik: Die magische Ziffer 8 bestimmte das Leben und Denken Federicos, aber auch seinen Tod. Der große Staufer starb im Jahr 1250 – die Quersumme dieser Zahl ergibt auch eine 8. Ist das ein Spiel des Schichsals oder einigen wir uns auf den berühmten Zufall?
Wir werden das Schloss erfoschen und genießen und ganz in der Nähe mit Blick auf den geschichtsträchtigen Bau einen letzten Imbiss genießen.
Doch dann wird es höchste Zeit, an den Abschied zu denken. Wir fahren weiter nach Neapel zum Flughafen.
Ich bin mir ganz sicher, dass es ein tränenreicher Abschied wird.
Aber abgesehen von unserem Wiedresehen in Leverkusen und einer kleinen Nachlese könnte es ja auch ein Wiedersehen in Apulien und mit Apulien geben.
Wer einmal hier war, der wird immer wieder zurückkeheren; denn Apulien, die herrlichen Landschaften, die hinreißend schönen Orte, das unendliche Blau des Himmels und des Meeres und die Lebensfreude, die Herzlichkeit und die Heiterkeit der Pugliesen lassen niemanden mehr los.
Wer Apulien kenne gelernt hat, dem wird es schnell wie uns ergehen: Er wird feststellen, dass er eine Freundschaft fürs Leben geschlossen hat.
Ciao, amici, buon viaggio ed arrivederci – gute Reise und auf Wiedersehen in Apulien, zu gern sagen wir dann wieder:
Benvenuti – Willkommen!
La bella Puglia Vi aspetta – das schöne Apulien erwartet Sie!
Wir wünschen Ihnen und uns iene schöne und erlebnisreiche Reise und eine ebenso fröhliche wie gesunde Heimkehr.
Dorothee und Wofgang
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